Band 
Zwölfter Theil.
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Z96 Von Rednern.

verständige, Aerzte, mit einem Worte,Leu-te , weiche in allen Arten vortreflich sind.Von den Poeten, nehmlich von denen, diein ihrer Kunst bis zur Vollkommenheit ge-kommen sind, kann man dieses nicht eben sobehaupten. Die Anzahl derselben ist alle-zeit sehr klein gewesen, aber gleichwohl vielgrösser, als die Anzahl guter Redner.

Man muß sich über das, was ich hiersage, um desto mehr wundern, weil manandre Künste und Wissenschaften gemeinig-lich aus entfernten, unbekannten und unge-bräuchlichen Quellen schöpfen muß: Dahingegen die Gabe der Beredsamkeit eineganz natürliche Sache ist, die, wie es scheint,jeder erlangen kann, die nichts dunkles oderabstractes an sich hat, und welche, nach ei-ner ihrer vornehmsten Regeln, und nach ih-rer wesentlichsten Tugend verlangt, daß mansich deutlich ausdrücken, und sich doch dabeyniemals von der Natur entfernen soll.

Man kann nicht sagen, daß bey den Altendas grosse Wachsthum der andern Künstedaher gekommen sey, weil die Reizung derBelohnung mehr Personen anlockte, daß siesich darauf legten. So wohl zu Athen alszu Rom, welches die beyden grossen Schau-plätze sind, wo sich die Gaben des Verstan-des in ihrer größten Pracht gezeigt haben,

hat