Band 
Zwölfter Theil.
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578 Von lateinischen Rednern.

zu sehen glauben. Die ganze Rede ist mitden edelsten Grundsätzen angefüllt, welchemit der Grösse des Fürsten, der darinnen geslobt wird, überein kommen.

Indessen scheint es doch, daß man dieseRede, so schön auch die Beredsamkeit inderselben ist, nicht unter die Werke setzenkönne, die in der erhabnen Schreibart abge-faßt sind. Man sieht in derselben nicht, wiein den Reden des Cicero, selbst wie in de-nen, die in der erzählenden Art abgefaßtsind, die muntern und kräftigen Ausdrücke,die edlen und erhabenen Gedanken, den küh-nen und rühmenden Schwung, die feurigenund lebhaften Figuren, die uns überraschen,und worüber der Gelst so erstaunt, daß ergleichsam ausser sich selbst gesetzt wird. Sei-ne Beredsamkeit ist den grossen Flüssen nichtgleich, welche ihre Gewässer mit Geräuscheund Majestät fortrollen, sondern vielmehreinem klaren und angenehmen Bache, wel-cher zwischen den Schatten der Bäume, wo-mit seine Ufer prangen, langsam fortfließt.Plinius läßt seinen Leser ruhig, und bringtihn Nicht aus seiner natürlichen Gelassen-heit. Er gefällt, aber nur bey gewissenStellen und Theilen. Eine gewisse Mono-tonie, welche in der ganzen Lobrede herrscht,macht, daß man sie kaum ganz und hinter-

man-