75 r Don der Philosophie.
Unter den verschiednen Tractaten, die er'geschrieben, ist dieSchrifft, von der Natur,in welcher seine ganze Philosophie begriffen !war, am höchsten geschätzt worden. Alsder König in Persien, Darms, der Sohndes Hystaspes, dieses Werk gesehen hatte,schrieb er einen sehr verbindlichen Brief anden Heraklitus, und bat ihn, daß er anfeinen Hof kommen sollte, wo man seineTugend und Wissenschafft höher schätzenwürde, als in Griechenland. Der Phi-losoph, welcher durch einen so gütigen undgefälligen Antrag nicht sonderlich gerührtward, antwortete ziemlich unhöflich: Ersähe unter den Menschen nichts, als Unge-rechtigkeit, Betrügerey, Geitz, und Hoch-muth; und da er mit wenigen zufriedenwäre, wie er auch wirklich war, so schickteder Persische Hof sich nicht für ihn. Inder Hauptsache hatte er nicht unrecht. Esist kein Wunder, daß ein freygebohrnerGrieche, welcher den Stolz der auswärti-gen Könige und die Sclavereyen und Lasterder Hofleute haßt, die Armuth, wenn siemit der Ununterwürstgkeit verbunden ist,sehr hoch schätzt, und sie dem größten Glückweit vorzieht, das er von einem Monar-chen erwarten konnte, welcher im Schöffeder Pracht, des Uebermuths, der Weichlich,