762 Von der Philosophie.
nur aus aufrichtiger Liebe zur Wahrheit, oh-ne Vorurtheil, ohne die Eitelkeit, Verstandzu zeigen, oder seine Meynungen in Anse-hen zu bringen. Er schließt alle Leidenschaf-ten, allen Zorn, alleHitze^, alle Bosheit,alle Schmähungen von diesen Streitigkeitenaus. Wir * sind bereit , sagter, indemer von sich lebst redet, unsre Widersacherohne Halsstarrigkeit zuwiderlegen, unduns ohne Empfindlichkeit widerlegen zuLassest.
Wie liebenswürdig ist ein solcher Cha-rakter I Wie schön ist es, bey allen Strei-tigkeiten , nicht so wohl seine Gegner zu über-winden zu suchen, als allein dle Wahrheitsiegen zu lassen! Was für einen Vortheilwürde die Eigenliebe selbst, wenn es erlaubtwäre, ihr zu folgen, von einer solchen Auf-führung haben, der man seine Hochachtungunmöglich versagen kann, welche den Grün-den eine neue Stärke giebt, den Verstandzur Ueberzeugung vorbereitet, indem sie dasHerz gewinnt, und durch ihre gefällige undbescheidne Art der demüthigenden Nachricht,daß man sich hintergangen habe, den gehei-men
* disox er rekellere llne pertinacia, er reAIIi 6-ne irscuiilli-r p.ir-in iümus.
lulc. tzväLsi-. Üb. 2. n. 5.