Band 
Zwölfter Theil.
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Von der Philosophie. 779

„Licht geben könnte. Sie halten uns gleich-kam an Stricken gebunden, welche uns„nicht erlauben, die kleinste Bewegung zu„machen. Denn, uns, wie sie thun, vers! „bieten, irgendeiner Sache beyzupflichten,„sie mag beschaffen seyn, wie sie will, das, heißt in der That uns allen Gebrauch des„Verstandes rauben, und uns zugleich alle„Thätigkeit untersagen. „ Es ist schwer,die Lehren der neuen Academie besser zu wi-derlegen , welche in der That den Menschenzu erniedrigen scheint, indem sie ihn in dieGrenzen einer gänzlichen Unwissenheit ein-schließt, und ihm keinen andern Führer läßt,als den Zweifel und die Ungewißheit.

Der P.Mallebranche setzt in seiner Un-tersuchung der Wahrheit mit vieler Weit-läuftigkeit einen vortrefflichen Grundsatz inAnsehung der Sinne fest. Es ist dieser:daß uns die Sinne von GOtt nicht deswe-> gen gegeben sind, damit sie uns die Naturder Gegenstände, sondern, damit sie nur ihrVerhältniß gegen uns zeigen sollen. Siesollen uns lehren, nicht was sie ihrer Naturnach sind, sondern, ob sie unserm Körperschädlich oder nützlich sind. Dieser Grundsatzist voll Licht, und stürzt alle die kleinenSpitzfindigkeiten der alten Weltweisen übereinen Hausen. Was aber die Natur der

Dinge