Band 
Zwölfter Theil.
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Von der Philosophie. 78 r

würde doch wenigstens, wie der H. Augu-stin sagt, niemand zweifeln können, ob er lst, ober denkt, ob er lebt. Denn er mag schlafen,oder wachen; sein Verstand mag gesund oderkranckftyn; er mag sich betriegen, öderermag sich nicht betriegen: so ist es wenigstensunstreitig, daß er ist, daß erlebt, weilerdenkt. Denn es ist unmöglich, das Seynund Leben von dem Denken zu trennen, undzu glauben, daß derjenige/ welcher denkt,nicht sey und nicht lebe.

Zweytes Lapitel.

Lehren der alten Weltweisen von derMoral.

A^ie Moral, welche die Verbesserung derSitten zum Zweck hat, ist, eigent-lich zu reden, die Wissenschaft des Men-schen. Alle andre Kenntniß ist gewissermaassen ausser ihm, oder dringt zum wenig-sten nicht bis in sein Innerstes, welches ei-gentlich seine Person ausmacht, ich meynesein Herz. Denn da ist der Mensch alles,was er ist. Die andern Wissenschaften kön-nen ihn gelehrter, beredter, in fernen Urthei-len