i z2 ll. Von der Bildsäule des Laokoon.
übrigens heftig bemüht, sich mit Gewalt loszu-reißen, welches, da es vergebens ist, in ihremAngesicht die höchste Bestürzung und Traurig-keit verursachet. Es scheinet, als wenn der Va-ter sich mehr gegen den jünger» Sehn an seinerrechten Seite hinwende, und dieser, durch dieSchlangen weit strenger verknüpf?, beym Vatereine Rettung zu finden heftete; wo inzwischen derältere Sohn linker Hand ein wenig stärker, unoals wenn er der Befreyung beynahe versichertwäre, den Vater kläglich ansieht, und am linkenFuße sich beynahe loswickelt.
Maie kann ohne einiges Bedenken behaupten,diese Statue sey so vollkommen, daß die Maler-und Bildhauerschule zu Rom, aus welcher soviele große Künsttcr hervorgekommen sind, daraus,als aus der reinesten Quelle, den greßcsten Theilihrer Kenntnisse geschöpft habe.
Alle Maler, welche zu den Zeiten eines Ra-phaels von Urbino, und eines Giulio Romanozu Rom studirten, konnten diese Statüe niemalsgenug betrachten, vielweniger sich sättigen, dar-aus den Hauptgegenstand ihres Fleißes und ihrerBemühungen zu machen. Sie wurden durch denFarnesischen Herkules und den BorghesischcnFechter damals noch nicht von ihrer Lust zerstreut.Herkules erschien erst 20 Jahre, der Fechter aberbey 50 Jahre nach Raphaels Tode.
Ich habe in dem ersten Bande von der Ma-lerey Erwähnung gethan, daß man Vorzeiten in
Jta-