einiger Kunstregeln für junge Maler, r 5,5
und alle Gegenstände zusammen geordnet sind; sowird man erst aus diese ißt gemeldete Regel auf-merksam.
H. 4. Die Figuren müssen ihrer Größe nachmit der Entfernung ein Verhältniß haben, oderproportionirt seyn.
§. 5. Eben gedachte Figuren erfordern, nachdem Verhältniß ihrer nahen oder weiten Stelle,schwächere oder stärkere Farben. Die auf demVorgrund angebrachten Sachen müssen stärker,frischer und glühender gemalt seyn, als welchetieftr im Gemälde erscheinen; dieses ist eine Regeldes Lustperspectivwesens, welches die gute oderschlechte Wirkung eines Gemäldes verursacht.Diese Regel wird absonderlich in Landschaftenund ihren tiefen Aussichten, Entfernungen vonGebäuden oder Figuren beobachtet, folglich mußman sie auch in historischen Gemälden nicht aus-ser Acht lassen, wie es oft zu geschehen pflegt,wenn der Maler diese Regel nicht genug oder garnicht versteht.
H. 6. Dieser Grundsaß geht also dahin, daßman auf die Luft bedacht seyn müsse, welche sichzwischen dem Auge des Beobachters und demGegenstände befindet; diese Luft ist weiß, undmit dem allda schwebenden Schatten vermischt,folglich blaulicht, oder gräuliche, auf die Art,wie man die Sachen in der Weite einer Landes-gegend sieht, welche, nachdem sie mehr oder we-niger