2Z2 Vl. Die Perspectivkunst
Colonnen ausgerichtet wurden; so verschwandAlkamenes Fleiß und Kunst auf einmal; dasGroße und Grobe des Phidias hingegen stieg soherrlich empor, daß es nichts als Vollkommenheit,Verhältniß und Majestät zeigte, und also demPhldias den preiswürdigsten Vorzug verschaffte,den Alkamenes aber fast alles Ruhmes beraubte.
Phidias hatte einen Nachfolger, der die Fi-guren in der trajanischen Statue nach dem Maaßihrer Erhöhung stufenweise größer machte. ZuAstura bey Terracina, an den Gränzen des Kö-nigreichs Neapel, sieht man eine Innschrist in ei-nen Felsen eingegraben, deren Buchstaben nachdem Maaß der Höhe einer jeden Linie immergrößer sind, so, daß man die obern so leicht, alsdie untern und nächsten lesen kann.
Die Apostel in der St. Peterskirche zu Romsind beynahe z6 Palmen hoch, von Stein, Kalk,Malter, Gyps, Kupfer und Eisen, nicht ausge-halten/ sondern gebaut, und erscheinen in den Au-gen der Zuschauer auf dem Platze vor dem Tem.pel in ihren natürlichen lebensgroßen Verhält-nissen.
Boromini, ein Architect zu Rom, bauetenahe an dem Platze Sciarra die Kirche St. Mariain Via, zierte das Vorgebaude mit Colonnen,und weil der Augenpunkt wegen der engen Gassenur in der Nahe kann genommen werden, wo-durch die Höhe verkürzt wird, so machte er alle
Colon-