Band 
[Theil II.]
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2Z4 VI. Die Perspectivkunst

schen vorzustellen. Von dieser gebundenen Kunstist hier die Rede gar nicht.

Unsre Perspectivkunst besteht aber in ihrerAusübung gemeiniglich nur in drey Hauptli-nien: Die erste ist die auf dem untersten Planeines Gemäldes gezogene sogenannte Grundlinie;die zwote lauft mit dieser in der Entfernung pa-rallel, und macht den Horizont, oder den Ge.sichtskrais, worinn allezeit der Augenpunkt ruhet.Die dritte ist die Linie, welche die Entfernungerstgedachter Linien andeutet, folglich alle parallel,laufende stufenweise voneinander entfernte Hori-zontallinien zwischen ermeldten Hauptlinien zu er.kennen giebt. Diese Linien sind allein diejenigen,welche die Malerkunst nicht wohl entbehren kann.

Perspektivische Malereyen aber nennt man, wieich oben erwähnet habe, insonderheit diejenigen, inwelchen man Gebäude nach allen ihren Linien undRegeln nach der Verjüngerung der Figuren, oderVerstärkung der Farben, der Schatten und der Lieh-ter vorgestellt sieht. Es würde dahero ein Saalneben andern Zimmern, und eine Aussicht in einenGarten sehr ungeschickt ins Auge fallen, wenn erohne alle Perspectivkunst gemalt wäre. JedeLinie wird an gewisse Regeln gebunden, und die Fi-guren bekommen ihrMaaß von solchen Linien, diesich entweder verkürzen oder verlängern, und dochLimenperspectiv genennt werden. Dennes giebt auch ein Luflperspeetw , welchesdarinn besteht wenn die Tinten oder Farben

nach