die man die Schwarzkunst nennet, zoz
Kratzeisen- welche hier zu 'Lande seltsamsind, daß ße sogar aus England müssender,schrieben werden, wenn sieden zartesten Grund, wieder feinste Sammet ist, in die Platte graben sollen.
Der Schwarzkünstler kann sich aber in einerArbeit leichter helfen, wenn er fehlt, als der Ku.pserstecher; dringt dieser mit seinem Grabstichelzu tief in das Kupfer, und wird eine Linie zu starkoder zu rauh; so muß er sich mit dem Polier,oder scharfen Eisen mühsam helfen, die Linie ein.daücken, auskratzen, wiederum glatten und siewieder vom neuen stechen. Wenn hingegen derSchwarzkünstler zuviel weggeschabet hat, so machter sich an demselbigen Orte mit dem feinen Kratz-eisen einen neuen sammetartigen oder grobenGrund, und schabt davon weniger hinweg, bis ersein Ziel erreicht.
Weil nun diese Arbeit in nichts als Flächen,keinesweges aber in einer Vertiefung besteht; soleidet die Kupserplatke nicht so viel Abdrücke, alseine gestochene oder radirte. Ist also das Kupferdurch das Abdrücken mehr oder weniger abgenutzt,so kann sich der Künstler durch das Nachschübenund Nachkratzen wiederum weit leichter helfen,auch vieles eher verbessern, als der Kupferstecher,Bey allen diesen Kupferarbeiten ist nun mehren,theils alles an der Kunst zu zeichnen, an der Ge»duld und Gelassenheit, an einem scharfen und ge.schickten Auge und an einer, wohlgeübken Handgelegen.
Il.Band. U Nie.