Band 
[Theil II.]
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sogenannten grotesken Malereyen. 471

werden hernach ganz leicht Frescomaler, wenn derNeid oder das eingebildete Geheimniß einigerWegweiser die Leiter am Gerüste vor ihnen nichtin die Höhe zieht. Sollte dieses geschehen, sobin ich bereit, ihnen die Vortheile zu zeigen, durchwelche die alten Jtaliäner sich unsterblich gemachthaben. Laß inzwischen, ich wiederhole es nocheinmal, diejenigen Leute unterrichten, daß sie dasVorrecht ihrer Kunst, nach Belieben alles er-dichten zu können, nicht mißbrauchen, sonderndesselben sich nur nach den Regelnder Wahrschein,lichkeit bedienen, mithin sich von den Vorschriftender Vernunft so wenig als möglich, oder niemals,«ntfernen dürfen.

Die Natur, als die vortrefflichste Lehrmeiste.rinn, reichet uns ohne dem eine unzählbare Mengevon Bildern und Veränderungen zur Nachahmungdar; sie überhebt den Maler eben dadurch derMühe, neue Gestalten der Dinge, als so vielMißgeburten zu erdichten. Die getreue Ueber-einstimmung mit der Natur ist beständig die gül-tigste Richtschnur, wenn man die Würde derKunstwerke bestimmen will. Daher kömmt demMaler keine andre Freyheit zu statten, als daß ersich die schönsten und seltensten Vorwürfe der Na-tur zu seiner Nachahmung wählen darf.

Willkürliche und regellose Zusammenfügun-gen des Natürlichen mit dem Unnatürlichen, undandre Ausschweifungen, haben oft der Schande der

Gg 4 Kunst