zog Anh. IV.VomAufnehmen «.Verfalle
fig auf Bequemlichkeit bedacht; denkt man aberdarum besser? viele römische Kaiser wollten Re-dner und Dichter seyn; dennoch erweckte ihreNeigung weder einen Cicero, noch einen Virgtl.Dieser große Dichter würde dem ohngeachtet großgeblieben seyn, wenn ihn gleich Mäcenas nie ge-kannt hatte. Leo X hat Raphaelen die Kunstnicht eingeflößt, sondern ihm nur Hülfsmittel undGelegenheit verschafft, dieselbigc aus Licht zu brin-gen. Sein Blick auf die bonarotlischen Werkewar weder ein Mäcenas, noch ein Leo X. Ra-phael bezahlte seinem Gastwirkh die schuldigeZeche mit'einem Gemälde, das er auf einen Faß-boden hinmalte, und welches heute noch für un-schätzbar gehalten wird. Wer war denn hier derWohlthäter? der, welcher seine Kunst so hochtrieb? oder der Wirth, sein Gläubiger? Nein!Raphaels Genie, und zum Glück ein alter Faß-boden. An seinem Propheten war sein Schneiderdie Ursache, dem er sein Kleid schuldig blieb, unddem er sich endlich auf vieles Mahnen und Drohenanheischig machen mußte, in einer Kirche zu Rometwas zu malen, daß er die Schuld tilgen konnte.Also verfertigte er den Propheten in der Augusti-nerkirche zu Rom, den Bonarotti selbst damalszum Schrecken des Gläubigers weit über dieSchuld erhob, und den von der Zeit an alle Weltfür ein Wunderwerk der Kunst rühmte. Alsosind es keincsweges die Wohlthaten, denen mangroße Künstler verdanken muß. Es giebt viele,die keine g-cnoffen haben; viele, die in Gram und
Elend