Band 
[Theil II.]
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516 Anh. IV, Vom Aufnehmen u. Verfalle

Trotz der nur gar zu sehr gepufferten Nei-gung einiger Personen gegen diejenigen Fehler,die den Verfall der Künste befördern, giebt eszum größten Glück doch noch einige berühmteLeute, welche die wahren Schönheiten dem Schein,nütze vorziehen, der andre verblendet. Ja esgiebt Augen, welche die Kunst im Gyps höher zuschätzen wissen, als die schlechte Kunst in glänzen-dem Metall. Sie unterscheiden Meister vonSchülern, und nehmen wahr, daß, wenn jeneUngeschickten nur Vernünftlern und stolzen Miß-lingen folgen: diese das Unnatürliche und Träu-merische vermeiden, womit ein aufgeblasenesVorurtheibffeine Puppe zu schmücken sich aus blos-ser Gnade gegen die Materie beschäftiget. DasParallel gab uns der Cavalier Ghezzj, der bey-den Theilen zu gefallen zwo Magdalenen verfer-tigte, und der allergeschmücktesten das Zeichender Schmeicheley anhieng, die ungeheuchelt na-türliche aber für sein Werk hielt.

Die verdunkelte Wahrheit stralet immerdurch die Wolken hervor', ste laßt sich zuweilenwider Hoffen und Vermuthen ihrer Lästerer sehen;sie zeigt sich in vollem Glänze; viel wird bene-belt, und an der andern Seite wird es Tag.Diese rathselhaften Gedanken führen mich unterStaub und Schutt, wo mich ein zerstümmelterFuß vom Phidierö mehr erquickt, und wenn erauch nur von Erde zusammengekleibt wäre, alseine ganze goldene Figur von einem jungen Her-kules,