Band 
[Theil II.]
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und deutscher Maler.

römischen Zeichner zum Leitfaden, Muster undModell. Hätte der Deutsche in gleichen Um-ständen gelebt, so würde sein Genie, sein Witzund Verstand ihn eben dahin geführt haben, wosich der Römer befand, vielleicht hätte er ihnübertreffen. Holdem wird allerdings dem Ra-phael in vielen Stücken verglichen.

Der'j römische Maler war, wie wir gesehenhaben, mit so viel Vortheilen versehen, daß er esin dem Erhabenen der Zeichnung dem Deutschenzuvor that. Hingegen übertraf der Deutschenicht selten den Römer im Colorit. Dieses konnteman vom antiquen Marmor zu Rom nicht lernen.Griechische Gemälde aber hatte die Zeit dermaas-sen weggeräumt, daß keine, oder nur einige übriggeblieben sind, die sehr gemißhandelt worden.Der Römer mußte also, wie der Deutsche, nurdie vor Augen stehende Natur nachahmen, damiter seinen griechischen Marmor nach ihrem Coloritmalen könnte, welchen er allerdings nur wegen dervortrefflichen Umrisse studirt hatte. Diese Beob-achtung aber hak nur Statt, wenn man einen oderden andern von römischen und deutschen Malernin Vergleichung setzt. Albrecht Dürer hatRaphaelen im wahren Colorit nicht übertreffen,ausser vielleicht in seiner ersten peruanischen Ma-nier, die Raphael endlich ganz verlassen hatte.

Ich weis es indessen, daß gewisse deutscheund andre Malerschulen keine Mühe sparen, dieitaliänischen alten und neuen Künstler in allen

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