Band 
[Theil II.]
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und deutscher Maler. 55»

Ich weis, daß viele zu meinen Gedanken un-endlich mehr hinzudenken werden, ohne den Stoffzu einem gelehrten Kopfbrechen zu suchen. Siewerden fragen: Warum viele deutsche großeKünstler nicht im Vaterlande sind? Warum siebey den Nachbarn reichen Unterhalt finden? War.um Fremde unter uns ihr Glück machen, ohne derKunst zu helfen? Warum viele geschickte Künst-ler auf der richtigen Bahn der Künste in Deutsch-land umkehren, um dem großen Haufen um Brodnachzulaufen? Warum nur der schlechte undwohlfeile, nicht aber der geschickteste erwählt wer-de? Warum nicht die Werke, sondern die Em«pfehlung, oder das Kleid in Achtung kommen?Warum nur das Pantoffelholz oder eine auege«höhlte Marmorbüchse oben schwimmen, Edelsteineaber zu Grunde gehen? Warum jede neue Modeoder manierirte Arbeit den größten Künstler nie,derschlage. Warum? — Wie viele warumhört man? Wie viele weis der Leser selbst, aufwelche er die Antwort lieber schuldig bleibt, als sieerklärt.

Ich will noch hinzusehen: Warum man heutzu Tage die größten Künstler nicht loben, und dieelenden nicht tadeln dürfe? Warum es erlaubt ist,laut über einen Maratti zu spotten, und einenPnuel öffentlich zu loben. Warum überhauptalles umgekehrt seyn muß?

Mm 4

Virgi-