Vorrede.
XXIX
Wenn nnn die Regenten und ihre oberstenStaatsbedienrcn alles dieses erwägen; wenn ihnennur eurer solchen Haushaltung des Staats gedrenetist, die in allen ihren Theilen wohl überein stimmet;wenn sie versicherte Maaßregeln, Anstalten und Pro-jekte verlangen: wenn sie kein anderes Interesse lie-ben , als das wohlgegründet und dauerhaftig ist, undder wahren Wohlfahrt des Staats gemäß ist; sowerden sie die Nothwendigkeit erkennen, die öcono-mischen und Cameralwissenschaften auf Universitätenlehren zu lassen; und diese Wissenschaften werdenbald eine größere Vollkommenheit zu gewirkten haben.
Ehe ich diesen ersten Punct meiner Abhand-lung gänzlich verlasse: so muß ich noch einem Ein-würfe begegnen. Vielleicht stehen einige Gelehrte inden Gedanken, wenn wir uns so sehr auf diejenigenWissenschaften befleißigen wollten, die zu dem bür-gerlichen Leben und zu der Ausübung unserer voll-kommenen Pflichten erfordert werden: so würdendie übrigen Wissenschaften, die doch zu Erweiterungdes menschlichen Verstandes das meiste beytragen,gar bald wieder in Verfall gerathen. Ich glaubenicht, daß wir dieses Schicksal zu befürchten haben.Iemehr wir unsere Pflichten erfüllen und hoch schä-tzen , destomehr werden wir auch darauf bedachtseyn, unsern Verstand zu verbessern; und die Voll-kommenheit dieser und jener Wissenschaften hat nie-mals zum Verfall anderer Gelegenheit gegeben. DieUrsachen des Verfalls der Wissenschaften sind Ty-ranney, und daher entstehende niederträchtige Schmei-chelei) , innerliche Zerrüttungenjund Empörungen, undder glückliche Fortgang feindlicher Waffen von bar-
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