I4O Von Vermehrung der Einwohner
§. iZ8.
Der Linwurf Vielleicht wird man einwenden, daß endlich vorMangel Ä eine so gewaltige Menge Menschen das GetreideUnterhalts und die Lebensrnittel fehlen würden. Allein dieserwird gehoben. Ei^ms macht mir gar keinen Kummer. Diejeni-gen Lander in Europa so fleißig sind, und sich aufden Ackerbau legen, schicken die Halste ihres erzeug-ten Getreides nach Spanien, Portugall und in an-dre Staaten, wo man aus Faulheit die fruchtbare-sten Lander unbebaut liegen laßt. Wir verbrauchenunnöthiger Weise viel Getreide zu Puder, starkenWassern,Viehmastung und dergleichen Dingen. Un-ser Ackerbau selbst hak noch gar nicht seine Vollkom-menheit erreicht, und wir lassen viele Plätze und Ge-genden wüste liegen, die wir urbar machen, undzum Getreidebau nutzen könnten. Wenn wir ler-nen wollen, wie der Boden eines Landes recht zunutzen ist; so müssen wir nachSina gehen, wo ebendie Menge der Menschen Erfindungen an die Handgegeben hat, die höchsten Gipfel der Berge, und diesteilesten Felsen zu fruchtbaren Feldern zu machen.Man kann dannenhero mit Gründlichkeit behaupten,daß die am meisten bevölkerten Länder in Europanoch drey und viermal so viel Einwohner ernährenkönnten, wenn sie alles Getreide im Lande behalten,solches «licht unnütze verbrauchen, die Oeconomierecht in Flor bringen, und alle Platze und Gegendenrecht nutzen wollten: und dieser Einwurf hat mithinnicht das geringste Gewichte.
Man bat also Es ist zwar in dem Alterthume nichts so gewöhn-
thig" die über- lich gewesen, als sich des überflüßigen Volks durchEigen Ei»- ausgeschickte Colonien und die Wanderung der Völ-wandery iü ker zu entledigen. Allein es ist gewiß, daß auch da-lassen. mals