IZO Von der Gründung und dem Flore
Reichthum gelangen könne. Es wird auch nichtwenig dazu beytragen, wenn den Unterthanen inwohl ausgearbeiteten Edicten deutlich und überzeu-gend vorgestellet wird, daß sowohl die Wohlfahrtdes gestimmten kandeS, als der Nutzen eines jedenins besondere, mit den Commercien unzertrennlichverknüpfet sey. Besonders aber muß durch daraufeingerichtete Erziehung der Jugend der Trieb zu denCommercien gepflanzet werden. Ja wenn auchnur diejenigen Kinder, so in Hospitälern und Wai-senhäusern erzogen werden *), nicht allein zu Ma-nufacturen und mechanischen Künsten angeführet,sondern auch mit einem Triebe vor die Commercienerfüllet würden ; so würden endlich diese das Geniedarzu bald weiter ausbreiten.
Man glaubet nicht ohne Grund, daß die Ursachevieler Laster, und Ausschweifungen und des faulenund tragen Wesens, worinnen viele Einwohner ei-nes Landes verderben, in der schlechten Erziehungder Kinder, die sie von ihren Aeltern genießen, zusuchen sey. Mein öfters giebt es in einem Landevortreffliche und reiche Stiftungen von Hospitälernund Waisenhäusern, worinnen eine Menge Kindererzogen werden: dennoch ist die Erziehung gemeinig-lich darinnen nicht viel besser beschaffen, als bey denAeltern. Es ist wahr, sie müssen bethen, studirenund arbeiten, allein die Anführung darzu geschiehtauf eine Art, daß ihnen eben dadurch die Gottes-furcht, die Wissenschaften und die Arbeit gemeiniglichzum Ekel werden; und wenn sie diese Häuser ver-lassen haben: so werden vielen die Ausschweifungendesto angenehmer. Man sollte vornehmlich in sol-chen Anstalten das Genie und den Willen der Kin-der zu bessern suchen, die Begriffe der Ehrlichkeitund Redlichkeit in ihnen gründen, und einen Triebzu nützlichen Gewerben bey ihnen erwecken. Allein,das ist kein Werk armer Studenten, die vor 6 Pfen-nige die Stunde lehren; und solche Anstalten kannman nicht allemal von der Direktion der Geistlichenerwarten.
§- I9Z-