Die Seiden-Manufaktu-ren lassen sichalsdeim kicktzu Standebringen.
258 Von dem Manufaktur-
führung eine besondere Vorsorge des Regenten er-fordert. Mit Anordnungen, Strafen und Aufsichtkann man hier schwerlich durchdringen, weil ein be-sonderer Fleiß und die eigene Neigung der Unter-thanen darzu gehöret, worzu man sie nicht zwingenkarrn, ohne so viel Aufseher dabey zu setzen, als Men-schen sind, die sich damit beschäftigen sollen. Esbleibt also nichts als der Weg der Belohnungenübrig; und durch dieses Mittel hat der vortrefflicheColbert in Frankreich den Seidenbau gar bald zugründen gewußt. Es ist wahr, er hat zu diesemEnde viele Millionen aufgewendet. Allein in derThat, da er die Abgaben vermehrte: so that ernichts, als daß er mit der einen Hand dasjenigewieder gab, was er mit der andern genommenhatte. Unterdessen wurde der Seidenbau dadurchgar bald dergestalt in Flor gebracht, daß Frankreichdurch denselben aus andern Ländern wichtige Reich-thümer an sich gezogen hat. Se. königl. Maj. vonPreußen, die nach dero großen Einsicht die wahrenMittel und Maaßregeln gar wohl zu erwählen wis-sen , wenden ißo auf die Gründung des Seiden-baues gleichfalls beträchtliche Summen auf. Die-jenigen, welche weiße Maulbeerbäume erziehen, be-kommen nicht nur ein ansehnliches Wartegeld, ohn-geachret die Bäume das Eigenthum dererjenigenbleiben, die sie erzeugen; sondern es sind auch aufdie Seidenwürmerzucht selbst wichtige Prämienausgesetzt.
§. - 84 .
Wenn nun der Seidenbau selbst in den nördli-chen Ländern gar wohl möglich ist (§. 282.): so kanndie Anlegung der Seidenmanufacturen vielwenigerSchwierigkeit finden. Die Zubereitung der Seide,da die so genannten Filotoria, oder die Maschinen,
auf