Buch 
Johann Heinrich Gottlobs von Justi Staatswirthschaft, oder, Systematische Abhandlung aller oeconommischen und Cameralwissenschaften, die zur Regierung eines Landes erfordert werden
Entstehung
JPEG-Download
 

der Unterthanen. Z7Z

ihres Unterhalts Güter gab, hatte man allenthal-ben schlechte Einsicht, und der Geldmangel der da-maligen Zeiten nöthigte den Staat gleichsam darzu.Allein alle diese Umstände haben sich itzo ganz ab-geändert.

*) Die unbeweglichen Güter im Lande sollten so wenigeine Befreyung genießen, daß auch so gar die eige-nen Cammergüter des Regenten mit zur Contri-bution gezogen werden sollten. Es genießen dadurchviele Personen eine Befreyung von den Abgaben, de-nen man nach guten Grundsätzen keine zugestehenkann; und man wird es niemals zu einer wahre»und gerechten Gleichheit in den Abgaben und zu ei-nem von aller Unordnung befreyten Contributions-fuffe bringen, wenn nicht alle und jedeGrundstücke dar-zu gezogen werden. Die Cache ist auch wirklichschon in einigen Landern eingeführet. Wenigstensist mir von den Vorderösterreichischen Landen be-kannt , daß daselbst das ausgeschriebene Comributionsquantum nach einer gewissen Proportion unterdie Prälaten, die Ritterschaft, die Städte und dieLandesherrlichen Cammergüter, vertheilet wird.

§. 409.

Zuletzt müssen wir von der Befreyung derRittcr-und Lehn-Güter etwas gedenken. Die Freyheit vonden Abgaben, die sie genießen, hat mit der Be^freyung der geistlichen Güter einen gleichen Ursprung.Es ist bekannt, daß die Besitzer solcher Güter immittlern Zeitalter wirkliche Kriegesleute, und derRepublik als Reuter im Felde zu dienen, schuldigwaren. Der damalige Geldmangel nöthigte denStaat, ihnen dergleichen Güter, statt ihres Unter-halts und Besoldung, einzuräumen; und es ist keinZweifel, daß sie nicht diese Dienste noch itzo zu lei-sten schuldig sind, weil ihre Befreyung lediglichaus diesem Grunde entspringt. Allein, weil dieKriegeskunst heute zu Tage eine ganz andere GestaltAa z gewon-

Auch die Rit-tergüter sindvon demBey«trage nichtanzuneh-men.