Buch 
Johann Heinrich Gottlobs von Justi Staatswirthschaft, oder, Systematische Abhandlung aller oeconommischen und Cameralwissenschaften, die zur Regierung eines Landes erfordert werden
Entstehung
JPEG-Download
 

4Z8 Don der Wirthschaft

den sollen, die Ersparung an dem Preiste des Ein-kaufes öfters übersteigen; und wenn solche Vorräthedem Gesinde untergeben werden, wie cS fast nichtzu vermeiden ist, wenn man ihnen nicht täglich zuseiner großen fast alles abmessen und abwiegen will,so wird weit mehr aufgehen, als beym einzeln Einkaufegeschehen wäre. Ueberdieß kann man bey solchenVerrathen nie einen so genauen Ueberschlag seinerWirthschaft machen, als zu einer ordentlichen Haus-haltung erfordert wird; und viele Hauswirthe sindselbst geneigt, mehr aufgehen zulassen, wenn derVerrath einmal vorhanden ist. Diejenigen Dinge,worinnen sich noch am rathsqmsten Verrathe anschaf-fen lassen, sind geräuchertes und gepökeltes Fleisch,Weine und Heu und Haber, indem man sich dabey,wenn sie zu rechter Zeit angeschaffet werden, aller-dings einen Vortheil stiften kann; jedoch wenn derHauswirth oder die Wirthinn solche Dinge nicht selbstunter ihrem Beschlusse haben; so ist es schlechterdingsnöthig, daß der wöchentliche Aufwand bestimmt,und der darüber verordnete Bediente angehaltenwerde, einen jeden außerordentlichen Aufwand zureignen Aufzeichnung des Hauswirthes anzuzeigen,welche Mühe man sich nicht verdrießen lassen muß.

Don der Un-terhaltungdes Gesindesin Städten-

§. ZO2.

Die größte Mühe und Schwierigkeit bey derWirthschaft in den Städten macht die Unterhaltungdes Gesindes; und da dasselbe in den Städten weitmehr als auf dem Lande zum Betrug und Bevorthei-lung ihres Herrn geneigt und abgerichtet ist; so er-fordert es die größte Aufmerksamkeit eines vernünf-tigen Hauswirthes, wenn man das Seinige erhalten,oder nicht gar zu Grunde gehen will. Zwar sollrehier die Policey den Hauswirthen zu Hülfe kommen;allein die Regierungen bekümmern sich um diese wich-