Von der Viehzucht. 519
zucht zur Unterstützung haben muß; und wenn nichtder Ackerbau nach der heutigen Beschaffenheit derLänder zum Unterhalt der Städte und so vieler dar-innen befindlichen Menschen schlechterdings noth-wendig wäre: so würde man allemal die Frage aus-werfen können: ob nicht die Grundstücken auf demLande durch die bloße Viehzucht ungleich vortheilhat-tiger und höher genutzet werden könnten, als durchden Ackerbau ? Eine genaue Berechnung der Nu-tzung von einer gewissen Anzahl Vieh, die auf so undso viel Acker Land, wenn dieses bloß zu Wiesel, undViehfütterungs-Gewächsen gebrauchet wird, inGe-genrechnung mit den Getrcidenutzungen, würde dieseFrage bald entscheiden. Die Engländer hatten die-sen größern Vortheil der Viehzucht, nachdem dieWollenmanufacturen durch die Bemühungen der Kö -niginn Elisabeth in Flor gekommen waren, gar wohleingesehen, so, daß fast jedermann seine Aecker zuWiesen zu machen bedacht war, wenn nicht dieGesetze diesem Beginnen Einhalt gethan hätten.
§- Z6l.
Gleichwie demnach die Wohlfahrt des StaatSerfordert, daß die Viehzucht mit dem Ackerbaue be-ständig in einer gerechten Proportion erhalten werde:so müssen wir zuförderst diese Verbindung der Vieh-zucht mit dem Ackerbaus etwas näher betrachten. Danun bey einem Landgute vornehmlich zweyerley ArtenVieh unterhalten werden müssen, nämlich Zugvieh,welches zur Feldarbeit und Bearbeitung der Aeckergehalten wird, und anderes Nußungsvieh, welchesman bloß des Mistes und der davon fallenden Nu-tzungen halber unterhält: so fragt es sich, in waö fürProportion und Anzahl beyderley Arten bey einem
Kk 4 Land
vielleicht mitgrößerm Nu-tzen.
Von derPronomendesJugvieheSbey einemLandgutk.