198 XI Abschnitt.
XVII der berühmtesten Geistmänner keine StellenJasrhund. findet / »nd noch mehr, daß es bey einerMenge betrogener Seelen eine Quelle derBlendungen, und der Verwirrungen gewe-sen ist.
Man darf doch aus diesen Anmerkun-gen nicht schlieisen, daß alles Berrachtungs-wesen falsch, oder gefährlich sey, und daß eskein gründliches, reineS und unendlich heil»sames Geistleben gebe, und wovon die Wegenicht Jedermann geöffnet sind; die Seelen,welche sich diesem ganz innerlichen und in Gottganz verborgenen Leben widmen, durch die Ge-wohnheit , welche sie annnehmrn einen Schlag-baum zwischen ihnen und den äußerlichen Sa»chen zu seyen, sich in sich selbst einzusperren,sich auf pur geistliche Gegenstände zu verlegen,entziehen sich der Herrschaft der Sinne, soviel es möglich ist. In dem Eifer ihrer Be-trachtungen, in ihren Unterhaltungen mit Gottempfangen sie so lebhafte Erleuchtungen, siefühlen so außerordentliche Empsindungen, daßman sie nur einer himmlischen und unaus-sprechlichen Wirkung des heiligen Geistes übersie selbst zuschreiben kann. Die Stände, inwelche sie erhoben sind, und die Bewegungen,welche in diesen kostbaren Augenblicken in th-uen selbst vorgehen, haben etwas so erhabe-nes , und zu begreifen so beschwerliches, wennnian es durch die gemeinen Regeln auslegen
will