206 XI Abschnitt
LVII de, und daß man alsdan keine Bischöfe, Priester/
Iahrbund.-O^nsgeistliche , Meßopfer, und Sakramen-te brauchen würde. Aber es fehlte zur Er-füllung ihrer Weißsagung sehr viel, den»ein einziges Jahr war erklecklich, um siezu vertilgen. Als sie im Jahre 1634 ent-decket wurden, so waren sie schon aus einerWirkung der strengen Befehle, welche Lud-wig XIII wider sie ergehen ließ, und derWachsamkeit, mit welcher seine Befehle voll-zogen wurden, schon im Jahre i6zz nichtmehr.
Diese verschiedenen Haufen der phanta-stischen Träumer waren die Vorläufer derheutigen Quieliften, deren Irrthümer gegendaS Ende des XVII Iahrhundertes, zu Romund in Frankreich so vieles Geschrey gemachthatten. Sie hatten zum Patriarchen Mi-chael Molinos, einen spanischen Priester,der in dem Bißthume Sarragosa im Jahre1627 gebohren worden ist. Als er zu demPricsterthume gelanget war, verlegte er sichauf das Beichthören, und machte sich durchdie Talente, die man in Ansehung dieses An-theiles des heiligen Amtes in ihm erkannte,gar bald einen grossen Namen. Sein ein-sames Leben, sein abgetödtes äußerliches An«sehen, sein Eifer, welcher rein und uneigen-nützig zu seyn schien, ein andächtiger herz-rührender Ton, eine sanfte einnehmende Spra«
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