ZI4 XII Abschnitt
schafte ihm doch das erstaunliche Schauspiel,' welches er der Welt gab einen Ruhm , wel-chen er vielleicht auf der Laufbahne des Glü-ckes und der Ehren nicht erlanget haben würde.Er wurde von allen Seiten von Leuten vondem höchsten Range zu Rathe gezogen. Allediejenigen , welche sich der Gottseligkeit widme-ten , begehrten seinen Rath über ihre äußerli-che Aufführung, und über den Zustand ihrerSeele. In dem weltlichen Stande schriebendie gelehrtesten und tugendhaftesten Prälatenwegen allen wichtigen RcligionSgeschäften anihn, und bathen ihn, ehe sie was entschie-den, um seine Meynung. Man gestund zuRom, wie in Frankreich, daß kein Menschmehr Licht, noch mehr Erfahrung als er inden innerlichen Wegen hatte, also zwar, daßwährender Sache des Quielismus ihn der Papst,und die vornehmsten Glieder des heiligen Kol-legiums angicngen, über diese Materie zu schrei-ben, weil sie überzeiget waren, daß er alleinin der Kirche im Stande wäre eine vollkom-mene Abhandlung von der mystischen Theo-logie heraus zu geben. Aber seine Demuthglaubte, daß diese Arbeit über seine Kräftewäre. Da er zufrieden war mit grossenSchritten auf dem erhabenen Wege des Geist-wesens zu gehen, glaubte er nicht würdig zuseyn, andern davon Lehren zu geben. Indes-sen hat er viele Schriften hinterlassen; einigeüber die allgemeinen Pflichten des christlichen
Le-