Band 
Neunter Theil.
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Sitte»/ Gebrauche/ Kirchenzucht. 225

schaften unter sich verbundenen Bürger klär« xvnlen sich gegenseitig einander auf/ und nach 3abrburk-Maaße, daß sich die Einsichten in die Ferneausbreiteten, nach Maaße daß die Nachei-ferung thätiger und fruchtreicher wurde, ver«vollkommnete sich die Gesellschaft, und mirihr die Sitten. Die Annehmlichkeit derSprache, und die gute Art kam von demHofe, und von der Hauptstadt auch in allegrosse Städte. Der Geschmack zum erlaub«ten Zeitvertreibe, der Gebrauch der Sachen,welche das Leben bequemmer und annehmlichermachen, wurden allenthalben eingeführet; dieNiedlichkeit und die Auswahl, welche demUeberflusse einen neuen Werth geben, fandensich auch bey blossen Privatleuten ein: dieHandlung und die Künste erfanden neueMittel, die Nothwendigkeiten in das Annehm-liche zu verwandeln. Es bildeten sich auchin den kleinsten Städten Gesellschaften, wodie ansehnlichsten Leute zu gewissen Tagenund Stunden zusammen kamen, ohne einenandern Beweggrund zu haben, als ein-ander zu sehen, und zur gegenseitigen Unter-haltung beyzutragen. Verstand, Artigkeit,Wohlanftändigkeit, Munterkeit machten dieseGattungen von Zusammenkünften recht ange-nehm; und wenn man allda mit Vortheileerscheinen wollte, so mußte man die Kunstzu gefallen mir schätzbaren Eigenschaften zuvereinigen wissen. Also wurde die Ausübung

gesell-