Band 
Zwölfter Theil. Vom Jahre 1610-1630.
Entstehung
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l 24 Geschichte von Frankreich

' sten, nehmen. Sle begaben sich alle dahin mit dem größten Theil derjenige«/ welchel6l6. sie zusammen gebracht hatten, welche einen Haufen von ungefähr dccyhundert Perso-nen zu Pferd ausmachten / der aber unterwegs sich merklich verringerte. Diele gieri-gen weg/ ohne etwas zu sagen; andere suchte« kahle Ausreden und versprachen wiederzu kommen; kaum hatte man eine Meile zurückgelegt / so war dieser Haufe bis auf un-gefähr hundert und zwanzig Personen zu Pferd zusammen geschmolzen.

Der Herzog von AW kam am ersten zu Soißons an: Aber der Herr dü Fref-ve, der Befehlshaber darinnen war/ hatte gar keine Nachricht von dem Herzog vonMayenne erhalten / und weigerte sich dahero ihm die Thore zu öfnen/ und ließ ihn inder Vorstadt bis zu Ankunft des Herrn von Mayenne; Er ließ einigen Verdruß dar-über merken / aber jedermann billigte das Verhalten des dü Fresne.

Als Aochcfort / der Liebling des Prinzen von Condee / gehöret hakte / daß sei-nem Herrn ein Unglück widerfahren wäre / so eilte er mit ungefähr dreyßig Personenzu Pferd zu dem touvre; und als er auf der neuen Brücke war/ so schickte er zweenEdelleute ab/ die bey den Thoren des Louvre fragen mußten/ ob der Prinz tod wäre.Baßompierre sagte zu ihnen/ er befände sich wohl/ er wäre in Verhaft/ man hätteihm aber kein Leid zugefüget. Sie sagten diese Antwort dem Rochcfort wieder ' ? >,der alsobalb nach Chtnon abgieng / in der Absicht/ sich mit allen Anhängern des Prin-zen / die er würde zusammen bringen können / darinnen einzuschließen und diesen Platzwider den König zu vertheidigen.

Sobald die verwittibte Prinzeßin von Condee von der Gefangennehmung ihresSohns Nachricht erhalten hatte/ so setzte sie sich in die Caroße/ um sich in den Gaßensehen zu laßen und das Volk zu einem Aufstand zu reihen. Sie hatte einige Edelleutebey sich/ welche schrien: Greift zu den Waffen/ ihr Herren Pariser, der Mar-schat von Ancre hat den Herrn Prinzen von Condee, den ersten Prinzen vorn Ge-blüt, umbringen laßen ; zu den Waffen, ihr rechtschaffenen Franzosen, zu denWaffen ' Die Prinzeßin fuhr bis zu der Brücke u. L. Frauen, ohne daß ihreGegenwart, noch das Schreyen ihrer Edelleute das geringste ausgerichtet hatte. Diemißvergnügten Prinzen hatten einen eigenen Boten zu dem Schuster Plcard geschickt,und ihn bitten laßen, er sollte das gemeine Volk, bey dem er in großem Ansehen stun-de , zu einer Aufruhr bewegen, indem sie ihn versicherten, daß sie bald mit fünfhun-dert Personen zu Pferd zu ihm stoßen würden. Als er den Lärmen hörete, dendie Leute der Prinzeßin von Condee machten, so bemühcte er sich, eine Aufruhr zu er-regen : Aber er fand schlechten Beystand und konnte nicht mehr, als einen ziemlichkleinen Haufen in der Harpfenstraße zusammen bringen. Die Kaufleute schloßen ihreKramläden zu: Aber das Volk blieb ruhig; man sahe nur eine Frau, welche es un-ternahm, die Kette bey dem heiligen Kreutz von der Altstadt (Lnr^) vorzuziehen.

Die Prinzeßin kehrte wieder in den Palast vou Condee zurücke, allwo man zuverschiedenen malen Rath hielte. Einige schlugen vor, man sollte den Adel, der demPrinzen zugethan wäre, verstimmten und geraden Wegs in das Louvre gehen und ihnfrey zu machen suchen. Andere stellten vor, daß man, da die Bürger nicht geneigtschienen, die Waffen zu ergreifen, unfehlbar von den Truppen des königlichen Hau-ses zurückgetrieben und vielleicht hernach von dem Volke selbst würde verfolgt werden,als welches es niemals mit den Überwundenen hält: Es wäre also der beste Rath der,

daß

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