Band 
Zwölfter Theil. Vom Jahre 1610-1630.
Entstehung
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Geschichte von Frankreich

Während aller dieser Bewegung war der Prinz von Condee gefangen ln deml6l6. touvre, in einem Zimmer, welches für ihn war in Bereitschaft ge>ctzct worden. Vondar brachte man ihn den dritten September in ein anderes , deßcn Fenster man dieSorgfalt gehabt hatte mit Gittern zu versehen und wo es leichter war, ihn zu ver-wahren.

Gleich den ersten Tag seiner Gefangenschaft, als man ihm das Mittageßenbrachte, weigerte er sich, etwas zu sich zu nehmen, wenn solches nicht von seinen Be-dienten wäre .bereitet worden. Man li.ße sie kommen, um ihn zu bedienen. DerKönig schickte den Herrn von Lüyncs zu ihm, und ließ ihn in seinem Namen versichern,daß man ihm nichte Übels thun würde; und der Herr de la Motte kam, ihm im Na-men der Königin Mutter die nämlichen Versicherungen zu geben »? r. Er verlangteso inständig, mit Barbin zusprechen, daß man glaubte, man könnte ihm diese Be,friedigung nicht versagen. So bald er ihn sahe, so sieng er an, verschiedene Fragenauf einmal an ihn zu thun; und unter andern fragte erihnauch, obvcrHerrvonBouil-Ion gefangen wäre. Als Barbin mit nein darauf geantwortet hatte , so wiederholteder Prinz zu vcrschtcdencnmalcn, man hätte übel gethan, daß man ihn nickt in Ver-haft genommen hätte, und er wollte in vier Stunden gemacht haben , daß man ihmden Kopf herabgeschlagen hatte. Er bat zu gleicher Zeit den Barbin, er mögte dieKönigin Mutter bitten, daß sie ihn wieder frey N ße, und die Marschailin von Ancrebewegen, daß sie Jhro Majestät einen Fußiall thäte , um solches zu erlangen. Erfügte hinzu, wenn man ihm seinen Proceß machen wollte , so würde er nicht antwor,ten; wenn aber der Marschal von Ancre und der Herr von Themines ihn seiner Frey-heit versicherten, so wollte er alle heimliche Anschläge und Kunstgriffe entdecken,die er und die Anhänger seiner Partey wider den Kchüg vorgehabt hätten.

Die Königin ließ ihm sagen, sie ver!> ngte nicht mehr davon zu erfahren, als sieschon wüßte, und sie wollte lieber das Vergangene vergeßen, als sich wieder daranerinnern.

Um den Herrn von Themines für den Dienst, den er durch dle Gefangenneh-mung des Prinzen von Condee geleistet hatte, zu belohnen, so gab man ihm hundert,tausend Thaler und den Marschalöstab von Frankreich "4. Sein ältester Sohnwurde zum Hauprmann über die Leibwache der Königin Mutter gemacht, und Lauste,res, sein zweyter Sohn, erhült die Stelle eines ersten Stallmeisters bey dem Bru,der des Königes.

Indeßen beschwehrte er sich doch noch, daß seine Dienste schlecht belohnet wä-ren. Als der Herr be la Grange-Montigny sahe, wie leicht Themines den Mar,schalsstab von Frankreich erhalten hatte, so sieng er an , allenthalben zu sagen , daßer ihn beßer verdient hätte, als Themines. Man wußte nicht, daß er dem Herrnvon Vendome, dem er auf seiner Flucht begegnete und deßen Pferde äußerst abge-mattet waren, die seinigen, so frisch waren, geliehen hatte, damit er geschwin-der fortkäme.

Als Saint. Geran sahe, daß man nichts thun dürfte, als nur ein GeschreyMachen , um Gnadenbezeigungen zu erhalten, so beschwehrte er sich öffentlich überdie Undankbark.it des Hofs und die wenige Achtung, so man für ihn hätte. Er er,hielt einen Anwarlschastsbrief, kraft deßcn ihm der Marschalsstab von Frankreich bey

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