unter der Regierung Ludwigs xiu. i zy
Ancre eifriger/ als jemals/ daran arbeitete / sie alle drey bey der Königin Mutter inUngnade zu bringen / und daß er anfienge / Gehör zu finden.
Als der Siegelbewahrer Mangot dem Herrn Barentin eine Commißi'on in einerProvinz geben wollte/ so kam die Marfchallm von Ancre und bat ihn / er mögte ihnzu Par,s laßen / weil man feiner daselbst nöthig hatte. Mangot zweifelte nicht mehr/daß das Gerücht, welches schon gieng, von der nahe bevorstehenden Erhebung Ba«renlins zu der Wü"de eines Siegelbewahrers, nur allzu gegründet wäre. Allein dieBetrachtung seiner Familie und Kinder hielt ihn beständig zurück, daß er sich nichtentschließen konnte, die Niedcrlegung seiner Stelle selbst anzubieten.
Dem Bischof von Lüson kam es so schwehr nicht an, seinen Schluß zu faßen.Er nahm keinen Anstand , bey der Königin Mutter zum zweytenmal um die Erlaub,niß anzuhalten, den Hof zu verlaßen; Barbin hatte ihm aufgetragen, das nämlicheAnsuchen auch für ihn mit anzubringen. Die Königin antwortete dem Bischof, eswäre wahr, daß man ihr etwas wider ihn und wider Varbin gesagt hätte, worüberfie in Bestürzung gerathen wäre; sie wollte ihm in acht Tagen anzeigen, was die Sa,che eigentlich beträfe, und fie bäte ihn inständig, er mögte die Vollziehung seines Vor,satzes bis dahin aufschieben. Allein der Marschal von Ancre wurde in dieser Zwischen»zeit umgebracht, und es scheinet, daß die drey Minister seinen Tod nicht ungern wür,den gesehen haben, wenn nicht die Ungnade der Königin Mutter und die ihrige darauferfolget wäre.
Einige Geschichtschreiber versichern^?, daß die Königin Mutter öfter alseinmal ihn, nebst seiner Gemahlin, die sich erbot, ihm zu folgen, nach Italien zurückeschicken wollte, daß er aber sich allezeit darwider setzte und zu seinen Freunden öfterssagte, er hätte Lust zu versuchen, wie weit das Glück eines Menschen gehen könnte.Man licsct das Gegentheil hievon in den Denkschriften des Vaßompicrre >?o, unddie Wahrheit läßet sich unter so verschiedenen Nachrichten nicht leicht ausfündigmachen.
Vielleicht redete der Marschal von Ancre mit Fl iß gegen einige von seiner Ent,fernung, wenn er am wenigsten Lust dazu harre, und suchte hinwiederum andcrn zuverstehen zu geben , daß sein Glück unbeweglich vest gegründet wäre, wenn er im Be,grif stunde, sich deßelben zu begeben. Der Widerspruch in fitncn Reden konnte auchwohl von den unterschiedlichen Bewegungen herkommen, welche der Ehrgcitz, derihn verzehrte, und die Furcht vor den Unglücköfallen, denen er sich aussetzen mußte,um selbigen zu befriedigen, nach und nach in seinem Herzen hervorbrachten.
Diese Hofranke, welche eine beständige Uneinigkeit in dcm Innern des Cabl»nets verursachten, waren damals sehr geheim. Wenn die Mißvergnügten etwas da,von gewußt hätten, so würden sie nicht unterlaßen haben, sich deren zu ihrem Vor,theil zu bedienen, um die Aufführung des Marschals je mehr und mehr in ihren Ma,nifesten und in ihren Schmähschriften veradscheuungswürdig vorzustellen. Denn siehörclen nicht auf, ihn mit der Feder ohne die geringste Verichonung anzugreifen. Al,lein so schwache Waffen thaten einem Manne wenig Schaden, der durch die Waffendes Königs beschützet wurde, welche täglich neue Vortheile über sie erhielten.
Nachdem der Graf von Auvergne seine Truppen zu Crespy in Valois zusam»mengezogen hatte, so belagerte er das Schloß Pierre, Fonds den vier und zwanzigstenMärz und nöthigte es, sich den zweyten April zu ergeben. Von dar rückte er vor,
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1617.
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