192 Geschichte von Frankreich
und beschloß, mit der Königin Mutter lieber eine Unterhandlung anzufangen, als die1619. Sache zu einem osfenbahren Krieg kommen zu laßen.
Der König gab keine Antwort auf den Brief des Herzogs von Epernon, fon,dcrn er beantwortete nur den von seiner Mutter, und der Graf von Bethüne über»brachte ihr nach Angouleme diese Antwort, welche sie schon lange erwartete: Dennsie erfolgte nicht eher, als den zwölften März , obgleich die Königin Mutter schonden drey und zwanzigsten Hornung geschrieben hatte. In diesem Brief, welche»der König eigenhändig geschrieben harre, wurde der Herzog von Epernon nicht ge,schont. Der König erklärte zu Anfang drßelben, daß er sich niemals eingebildet hätte,daß 06 einen Menschen gäbe, ( wer er auch seyn mögte, ) der, in völligem Frie-den, die Vermeßenherl hätte, den Entschluß, ich will nickt sagen, auszuführen,sondern nur zu faßen, etwas gegen die Mutter seines Königes zu unternehmen:und daß er, mit der Hülfe Gattes , diese Beleidigung so nachdrücklich bestra-fen wollte, daß das Übe! diejenigen treffen würde, welche ihren besondern Vor,theil in dem Verderben seines Volks und in der Schmälerung seiner Gewalt suchten.Er widersprach hierauf, daß der verstorbene König , fein Vater, der Königin Mut,ter jemals gerathen, daß ste den Rathschlägen des Herzogs von Epernon folgen soll,re. Sie sind >n Ihrem Gewißen überzeugt, Madame, sagte er, daß d-e Mey-nung und Gesinnung oes hochseeiigcn Königs gänzlich darwioer waren, wieSiemir joiches zu verschiedenen malen zu erkennen gegeben. ....
Was die Verwaltung meiner Relchsgesckäfce anbelangt, fügte er hinzu,rvider welche Sie ungegküttdeter Weife sind angetrieben worden sich zu bejchweh-ren, so will ich denenjemgen, welche solches unternommen haben, weisen, daßich mein Reich regiere uno in allen meinen Rarhsverfammlungen würksam bin.Und wann Sie von der Wahrheit beßer werden unterrichtet seyn, so werdenSie GOkt mit mir, wegen dieses Seegens, preisen. Um Sie also aus denverdrießlichen Umständen, wormnen Sie sind, zu besreyen, so habe rch michentschloßen, die Waffen zu ergreifen, um Sie in den völligen Besitz der Frey-heit zusetzen, welche Ihre Feinde Ihnen genommen haben.
Ungeachtet des drohenden Tons, welcher in diesem Brief hcrrfchete, hatte derGraf von Bethüne, der der Überbringer deßclben war , Befehl, einen Vergleichvorzuschlagen, und sein Möglichstes zu thun, um die Königin zu bewegen, daß sie ih,re Sache von der Sache des Herzogs von Epernon trennete. Aber sie erklär,re, daß sie in keinen Vergleich einwilligen würde, wenn dieser Herzog nicht mitUngeschloßen wäre.
Alles schiene sich zu einem bürgerlichen Krieg anzuschicken; Maria von Me,dicis schrieb in alle Provinzen, um Hülfe zu verlangen; sie ließ Truppen werben.Der König machte seiner Seite auch Kriegsrüstungen , und obgleich die Partey sei,«er Mutter viel schwächer war , als die seinige, so konnte sie doch mir der Zeit an,wachsen. Der Sohn und die Mutter schrieben einander Briefe, die voll von Vor-würfen waren und worinnen sie einander wechselswcise beschuldigten, daß sie bösenRathschlägen Gehör gäben ---s. Der Graf von Bethüne, der Cardinal von laRochesoucault, der Herzog von Montbazon und der P. von Berülle, Gmcralsupe,rios von der Versammlung desOrakorit, thaten verschiedene Reisen von Paris, nach
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