Band 
Zwölfter Theil. Vom Jahre 1610-1630.
Entstehung
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iy8 Geschichte von Frankreich

--auf eine verschiedene Art davon. Sie bestellten einander zum zweytenmal an einen

l6lH. gewißen Ort, und sie wurden wiederum von einander gebracht. Endlich da sie einem,dkr zum drittenmal angetroffen hatten, so schtugensic sich. Der zweyte Stoß, denqriis von Riche-^ Marquis von Themines nach dem Marquis von Richelieu that, gteng diesem mit,He». ten in den Leib, und er fiel zu Boden und war dem Tode so nahe, daß man kaum

Zeit hatte, ihn GOlt um Verzeihung buken zu laßen. Der Bischof von Lüson wur,de lebhaft über seinen Verlust gerührt. Sein Bruder hatte keine Kinder, und dasHaus dü Pleßis - Richelieu erlöschte durch seinen Tod. Der Marquis von FonkenaftMareuil, der ihn besonders genau gekannt, und die Oberstenstelle über das Regi,mcnt von Piemonk von ihm gekauft hatte, versichert, daß er der einzige unter denAnverwandten des Bischofs von Lüson war, der fähig gewesen, ihm in seinen großenUnternehmungen behülflich zu seyn, da er nach der Hand die Regierung des Staatszu verwalten hatte; nnd man kann sich leicht vorstellen, wie viel Ehrentitel und Wür,den der Marquis von Richelieu, durch das überaus große Ansehe» seines Bruders,würde erhalten haben, wenn er so lange gelebt hatte, daß er denselben als erste«Minister gesehen.

Der Marquis von Themknes, welcher glaubte, daß er sich nicht weiter mehrbey der Königin Mutter aufhalten könnte, nachdem er den Bruder ihres vornehm,sten Vertrauten getödet, begab sich auf fern Landgut, so er bey Agen hatte: Aber erkam nicht nach Hof. Er verlohr seine Stelle als Hauptmann über die Leibwache derKönigin Mutter , welche der Bischof von Lüson dem Marquis von Brezee, seinemSchwager, zuwegen brachte: Und obgleich der Marquis von Themines sich durch fel,ne eigene Schuld um diese Stelle gebrachr und sie durch seine Entfernung verlaßenhatte, so bezahlte ihm doch der Bischof von Lüson dreyßigtausend Thaler dafürDieser Prälat erhielt auch noch das Gouvernement von Angers für den Commemhurde la Porre, seinen Oheim: Und da er befürchte, daß, wenn man wider das Anden,ken des Marquis von Richelieu , seines Bruders, kraft der wider die Zweykampfeergangenen Edlcke, den Proceß machre, sodann alle seine Güter würden eingezogenwerden, so bewog er die Königin Mutter, diese Einziehung der Güter , wenn sienämlich von der Iustttz würde befohlen werden , von dem Könige zu verlangen, inder Absicht sie dem Bischof von Lüson wieder zu geben. Der König verwilligle sie ihrohne Schwierigkeit - 55 . Lüynes war damals nur allein darauf bedacht, dieserFürstin allen Vorwand, sich zu beklagen, zu benehmen, um nicht in die Verwir,' rungen eines bürgerlichen Kriegs zu fallen. Sie erhielt zu Angorrleme den Besuch

von dem Prinzen von Piemonr, der die Prinzeßin Christin« von Frankreich geheyra,thet hatte, und den fünften September reisete sie nach Tours ab, wo sie, der gcnom,»neuen Abrede zu Folge, den König sehen sollte. Der Herzog von Epecrwn beglei,tetesie bis an das äußerste Ende seines Gouvernements, und ehe sie ihn verließ , s>»machte sie ihm ein Geschenk mit einem ausnehmend schönen Diamant in Form einesHerzens.

Der König, der schon lange vorher zu Tours war, kam ihr bis nach CouflereSentgegen, »reiches dem Herzog von Montbason gehörcre. Dre Königin Mutter sag»1e zu ihm, indem sie ihn umarmete: Mein Herr Sohn , wie jino Sie >o groß ge«Forcen? Er anlworrete ihr: Ich bin gewachsen, Madame, zu Ihren Diensten.

Sie

* Hiü» mls, äs I.oulS XIH. 275 I^ettre äu rvi ä ls reine mere, mü.

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