Band 
Zwölfter Theil. Vom Jahre 1610-1630.
Entstehung
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1620.

unter der Regierung Ludwigs xm. 215

„ ihm z» gefallen und für seine Person und für die Glückseligkeit seines Reichs zu„ deren. ,

Der Marschal von Praslain kani ihr bis nach Pont be Ce entgegen, und zogdie Truppen des Königes aus diesem Ort heraus, um den Truppen der Königin Mut«ter Platz zu machen. Der Herr von Brantes, Bruder des Herzogs von Lüynes be«kam Befehl, sich auf ihrem Wege zwischen Brißac und Pont de Ce Anzufinden.Man nermcte ihn damals den Herzog von Luxemburg , seit idcm er die Erbin dicse»Hauses gehcyrakher hatte und auf diese Heyrath hatte ihm der König, da erzu Reuen war, zum Herzog und Pair durch einen Gnadenbrief erkläret, welcher erstden achten Hornung des folgenden Jahrs eiuregistrirct wurde.

Ludwig, der den Herzog von Anjou, seinen Bruder, den Prinzen von Con»bee, den Herzog von Lüynes bey sich, und zweyhundert Standesherren zu Pferd zuseinem Gefolge hatte, ritte selbst seiner Mutter , drey Viertelmeilen entgegen, umsie zu empfangen, und so bald er ihre Sänfte erblickte, so stieg er ab und gieng dar«auf zu, um sie zu bewillkommen -s?. Die Königin Mutter stieg sogleich aus , undeilte, ihn zu umarmen. Sie blieben drey Tage beysammen in dem Schloße vonBrißac "p. Daselbst ließ Ludwig die der Königin Mutter versprochene Erklärungausfertigen, wodurch sie für unschuldig erkannt wurde. Es war dieselbe datier zuBrißac, den sechzehnden August, 1620. und das Parlemcnt trug sie den sieben undzwanzigsten in das Register ein.

Lüynes war sehr vergnügt, daß er die ersten Funken eines bürgerlichen Krieg-,welcher schiene, als würde er das ganze Königreich in Feuer und Flammen setzen,in ihrer Geburt erstickt harre. Er befürchte neue Bewegungen von Seiten der Hu«genokcn, und er war emschloßen, sie zu demüthigen. Man hatte ihnen in dem vs«rigen Jahr erlaubt, sich zu Loudün zu versammlet,, um neue Abgeordnete zu ecnen»neu. Sie bezeigten sich daselbst fast eben so, wie zu Saumür; sie weigerten sich zurWahl der sechs Abgeordneter, zu schreiten, deren Namen dem Könige überreicht wer«den sollten^ sie fiengen damit an, daß sie die Widerrufung des Edicts verlangten,durch welches den katholischen Geistlichen in Bearn die Wiedereinräumung ihrer Güterzugestanden wurde; sie beschäftigten sich hierauf mik Abfaßung eines weikläustigenVer«zeichnißes ihrer Klagen und Beschwerden, welches dem Könige, den zwanzigstenDecember des nämlichen Jahrs, überreicht wurde, und sie ließen ein Circularschrei,

. brn an alle protestantische Kirchen abgehen , um von ihrem Verhalten Rechenschaftzu geben.

Der Hof wollte auf ihre Klagen nicht antworten , bis vorher die Abgeordne«ten ernennet worden und die Versammlung auseinander gegangen wäre. Sie erklä«rcten, daß sie versammlet bleiben würden, bis man ihnen die verlangte Genugthuungüber alle Artikel ihrer Verzeichnis verschaffet hätte. Man mußte ihnen drohen, daßsie für Verbrecher wider die beleidigte Majestät sollten erkläret werden, wenn sie nichtinnerhalb drey Wochen zur Ernennung ihrer Abgeordneten schritten, und wenn sie, nachVerlauf dieser Zeit, nicht auseinander giengen, damit ein jeder sich wieder in seineProvinz begeben könnte.

Man merkte bald, daß diese Drohungen nicht im Stande waren, sie zu schre-cken, und man war genölhiget, in Unterhandlung mit ihnen zu irrten. Der Prinz

von

klem. öe »assomp. t. «. ' > ? Alsrsure , t. 6.

r. 4.