Band 
Zwölfter Theil. Vom Jahre 1610-1630.
Entstehung
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218 Geschichte von Frankreich

-Montauban schrieben an die Kirchen in Languedock einen Brief, der sich folgendermasi

1620. fen anfieng: Meine Herren , das schreckliche Ungewikttr, welches über unsereBruder in Bearn ausgebrochen ist, und welches auch uns nahe bevorstehet, batuns bewogen , zusammen zu kommen rc. Sie setzten eine allgemeine Versammlungin der Stadt Nacheile auf den vier und zwanzigsten December au, ohne bey dem Kö««ige um Erlaubniß deßwegen anzuhalten. Sie behaupteten, sie wären durch eineBierarhschlagung der Versammlung zu Loudün dazu berechtiget, welche enthielte, daßman sich, mit vollkommenem Rechte, innerhalb sechs Monaten, wieder versammle»könnte, wenn man nicht alles, was ihnen versprochen worden, getreulich ersüllcte.Der Hof hakte zugelaßen, daß diese Berakhschlagung in das Protocoll gesetzt wurde,und sie hielten diese Nachsicht für eine Einwilligung. Der König verbot ihnen, sichvon neuem zu versammle«, durch eine Erklärung welche sie nUc spotteten.

Man erfuhr, daß sie bey England um Hülfe anhielten, und um ihnen diese Stützezu entziehen, so wurde dcr Marschak von Cadenek, Bruder des Herzogs von Lüyncs,

_._als außerordentlicher Abgesandter nach England geschickt. Er erneuerte daselbst die

Vereinigung der beyden Kronen, und bey feiner Zurückkunft wurde er, als Herzog-V2I. und Palr, in dem Parlcment aufgenommen und legte sich den Namen eines Herzogsvon Charme bey.

Errtsünung Während der Zelt, da er zu London war, machte der Pabst den eklften Jan«

aeitttTarbmale. „ex, zehn neue Cardinäle, unter welchen auch Ludwig von la Valette, Erzbischof vonToulouse war. Man hat gesehen, daß der König schon zu der Zeit, da der Tractakvon Angouleme geschloßen wurde, der Königin Mutter versprochen hatte, um einenCardinalshut für diesen Prälaten anzuhalten. Sie begehrte nachgehends die nämlicheGnade für den Bischof von Lüson und der Marquis von Coeuvres, französi«scher Gesandter an dem Hofe zu Rom, bekam Befehl, für die Krone Frankreich zweenCardinalshüte, anstatt eines einigen, von dem Pabste zu verlangen Man grün«Letc srch darauf, daß Paul V. dem spanischen Hof, seit einiger Zeit, einen Cardinals«Hut, außer der gewöhnlichen Ordnung, bewilliget hatte, ohne dem französischen Hoseben diese Gefälligkeit zu erweisen. Die Königin Mutter, welche damals eifrig wünsch«te, den Bischof von Lüson als Cardinal zu sehen, schrieb selbst an den Pabst, um dieseGnade für ihn zu erbitten: Sie sahe den pa'ostlichen Botschafter niemals, ohne daßsie mir ihm deßwegen redete. Als die Nichte des Bischofs den Marquis von Comba,let qeheyrakhet hatte, so schiene es, als wenn der Herzog von Lüynes den Fortgangdieftr Sache sich mehr angeleget« seyn ließe. Er meldete dem Marquis von Coeuvres,daß er wegen der Bemühungen dieses Prälaten zur Aussöhnung des Königes mit derKönigin, seiner Mutter, und wegen der Verwandtschaft, in die er mit ihm, durchdie Heyrath seiner Richte, gekommen, verbunden wäre, ihn zu ersuchen, alle nur er«sinnliche Mittel anzuwenden, um einen Cardinalshut für ihn zu erlangen, und um sogar zu verhindern, daß der ErMschos von Toulouse nicht ohne ihn ernennet würde.

Als die Königin Mutter erfahren harte, daß der Pabst die Ernennung derneuen Cardinäle ungesäumt vornehmen würde, so schickte sie einen eigenen Courier nachRom ab, um ihr Ansuchen mit Nachdruck zu erneuern. Sie ließ diesen Courier soeilfertig abreisen, daß sie auch nicht einmal ein Einpfehlungbschreiben an den CardinalNepotcn erwartete, welches der päbsiliche Botschafter ihr versprochen, und welches sieselbst eifrig verlanget hatte.

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