2Z4 Geschichte von Frankreich
durchaus schlagen, und sollte er darüber den Cardlnalshut ablegen und alle seine Pfrün.den verkehren müßen. Seine Familie aber setzte sich darwider. Der Herzog vonGuife, der das Haupt davon war, bar den König, er mögre ihn in Verhaft nehmenlaßen. Er wurde in die Bastille gefetzt und nachher nach Vincennes gebracht, vonwannen er herauskam, um bey der Armee des Königes, als Fccywiüiger, zu dienen.Vor seinem Ende trug er seinen Anverwandten auf, daß sie dem Herzog von Ncverseine Genugthuung geben sollten; welches sie auch in dem folgenden Jahr, auf königli.chen Befehl, thaten.
Ludwig blieb bis den fünf und zwanzigsten Iunius in dem Lager bey Saint.Iu.lien, nahe bey Saink - Jean d'Angeli, um seine Armee ausruhen zu laßen. Er hatteden Marschal von Chaune abgeschickt, um das Schloß von Ponö zu belagern, deßcnSchlüßel ihm zu Cognac überbracht wurden. Die Besatzung war gezwungen worden,sich auf Gnad und Ungnade zu ergeben. Der König wollte, daß man die Vevesii.gungswerke dieses Schloßes schleifen sollte. Die von Saint,Iean d'Angeli wurden. eben so wenig verschont. Es wurde durch eine zu Cognac, im Anfang des Julius,datiere Verordnung angezeigt, daß die Mauern dieser Stadt nicdergerißen, ihre Grä.berr ausgefüllet, ihre Einwohner der Vcrmögensteuer unterworfen und ihrer Freyhcitcnberaubet werden sollten.
Der Warsicha! von Praslain, der Herzog von Elboeuf und der Graf von laRechesoucaut hakten Befehl erhalten, in Niederpoitou einzurücken, um sich den Un«ternehmungcn der Rocheller zu widersetzen, die einige Truppen in das Feld gestellthakten. Diese Truppen wurden den acht und zwanzigsten Iunius geschlagen, mittler,welle da sie mir Erbauung einer Schanze beschäftiget waren. Den nennzehnden In.lius ergab sich das Schloß von Sülli in Orleaus an den Prinzen von Condee; dasvon Caumont und die Stadt Rerac wurden von dem Herzog von Mayenne erobert.
Als der König den zwanzigsten Julius zu Tonncins angekommen war, so hielteman Rath, um auszumachen, ob man Clerac oder Montauban angreifen wollte. DerConnckable machte, daß die Entscheidung für die Belagerung von Clerac snsficle, inwelcher Stadt er einige geheime Verständniß! zu haben vorgab, welche die Eroberungderselben erleichtern würben. Diejenigen, welche sie vertheidigten, nennrten sichSoldaten ohne Furcht und Vertheidiger einer Stadt ohne König. Jndeßen,als sie sahen, daß die Armee im Anzug war, um sie zu belagern, so kamen vier vonden vornehmsten Einwohnern zu dem Connckable and sagten ihm, daß sie nichts, alsihre Freyheit und die Erhaltung ihrer Mauern verlangten, um ihr Leben in Sicher,heit zu setzen, und daß sie bereit wären, sich zu unterwerfen, wen» der König ihnendiese zween Puncte gewähren wollte.
Der Connckable antwortete ihnen: „ Ihr solltet klüger oder nichtiger seyn,„ nm solche Reden zu führen. Ihr gedenkt nicht daran, daß der König vor euren„ Thoren ist, und daß er sich drcysig Stücke nachfuhren läßet, um sie zu eröfnen.,, Werket euch zu seinen Füßen und bittet ihn um Verzeihung wegen eurer strafbaren„ Anschläge und überläßet euch der Willkühr seiner Gnade. Außerdem hoffet auf„ keinen Vergleich. Der König hat dem Herrn von Soubise keinen verwilliget, der„ doch die Ehre hat, in Vcrwandschaft mit ihm zu stehen ; und ihr, die ihr ein auf.
rührisches Volk seyd, deßen Schicksal einzig und allein von seine,« Willen abhängt,„ ihr wollet ihm seine Gewalt streitig machen und seiner Ehre zu nahe treten? ,,
Die vier Abgeordneten gestunden, daß der Connckable Recht hätte: Aber siefügten hinzu, daß sie nicht hinlängliche Vollmacht hätten , um sich zu erbieten , die
Stadt