Band 
Zwölfter Theil. Vom Jahre 1610-1630.
Entstehung
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unter der Regierung Ludwigs xm. 27z

lüstern und alten Rittern des Ordens, deren jeder eine Wachskerze in der Hand hatte.Der Erzbischof von Tours erster Almosenpfieger, trug dabey das heilige Sacra,menr, in Begleitung eines großen Theils der Geistlichkeit von Perigueux, so man mitFleiß deßwegen hakte kommen laßen. Der Traghimmel wurde von dem Prinzen vonCondee, den Herzogen von Uzez-und von Netz, und von dem Marschal von Präs,lain getragen.

Der König reisete den acht und zwanzigsten Mai von Sainte-Foi ab , undjndeßen , bis die Bcvestigungöwcrke geschleift waren, ließ er den Herrn von Bcau»monr, mir einigen Truppen von seinem Regiment lind von dem von Villcroi, alldazur Sicherheit der Stadt zurück. Der Herr von Andrault, ParlementsrathzuBour»deaux, bekam Befehl, als Aufseher über das Iustjtzwesen allda zu bleiben.

Der König gab vor seiner Abreise aus Samt«Foi dem Marquis vonka Force den Marschalsstab von Frankreich. Diese Beförderung gefiel dem Prin»zcn von Conbcc nicht; er beklagte sich, baß man die Aufrührer aus solche Art belotz«riete, da man indeßcn die getreuesten Diener Sr. Majestät ohne Belohnung ließe;wie, zum Exempel, den Herrn von Schomberg, welcher, außer dem Amte eines Oder»aufsehers über das Finanzwesen , auch noch die Stelle eines GencralselbzeugmeistcrS,viit setzr gutem Fortgang, versähe; ingleichen auch den Herrn von Baßompierre, dererster Generalquartiermctster und General üoer die Schweitzcr wäre, und der beyPont - oe Ce, bey den letzten Belagerungen, bey der Niederlage der nach Monran-ban geschickten Hülssvölker, und bey der Verjagung des Herrn von Soubise aus derInsel Riee so große Dienste geleistet hätte.

Der König zweifelte nicht, daß Baßompierre den Prinzen von Condee ersuchthätte, ihm dieses vorzustellen: Jndeßen hatte doch der Prinz, wenn man dem Bas«sompicrre selbst Glauben beymeßen will, aus eigenem Antrieb dieses geredet. Er ver»sichert in seinen Denkschriften, daß er damals keineswegs darauf gedachte, Marschalvon Frankreich zu werden; indem diese Ehrenstellc ihm allzuernsthaft schiene für dieflüchtige und zerstreuungsvolle Lebensart, die er bis daher an dem Hofe geführct hatte,und die er noch einige Jahre fortsetzen wollte. Der Kvntg, der ihm günstig war undglaubte, daß er sehr erzürnt wider ihn wäre, sagte zu ihm, um ihn zu besänftigen:Baßompierre, lch weis , daß Sie mißvergnügt sind, well ich den Helln vonia Force zum Marschal von Frankreich mache, und daß der Herr von Sa vm«berg und Sie, sich mit Recht darüber beklagen. Aber ich bin nicht Schuld dar-an, sondern der Prinz von Condee, der mir diesen Rath zum Voltheil meinerAngelegenheiten gegeben hak, damit ick nichts hinter mir m Guienne zurücklaße,das mich verhindern könn«, schleunig nach Languebock zu gehen.

Ludwig, welcher vest glaubte, daß der Prinz von Condee nur auf Anhaltendes Baßompierre mit ihm über die Beförderung des Herrn von la Force gesprochenhätte, sagte ihm ganz gerne, daß eben derjenige, an den er sich gewendet, um seineKlagen anzubringen, der erste Urheber gewesen wäre von der Art von Ungerechtigkeit,über welche er sich vcklagte.

Er sagte hierauf zu ihm : Besinnen Sie sich, was Sie wollen, daß ichfür Sie thun soll» ich liebe Sie und halte S»e für meinen getreuen Diener.

Baßom»

sBerkrand Deschaux. rDen sieben und zwanzigsten Mai.

Gesch.vonLlankr.XII.THeil. (M m)

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