unter der Regierung Ludwigs xm. 28 r
Als der Herzog von Vendome, in Begleitung des Marschals von Themines,sich der Stadt Saint»Antonin näherte, so wollten ihm die Feindeden Weg streitigmachen. Als sich aber die königlichen Truppen in Schlachtordnung gestellcr hatten,so drunge man bald mit Gewalt durch. Die Feinde machten ein Feuer, das immerheftiger wurde, wodurch einige srcywillige Edelleute gctödct und verwundet wurden;und unter andern auch die Herren von Lavardin, Gebrüder, die Herren von Saint»Simon, Berval, von Varicarville, von Bourdonnee, von Leuville und von Belle,brüne. Derjenige unter den beeden Lavardin, den man den Seueschal nenncte, warder einige, der an seinen Wunden starb.
Der König kam den vierzchnden Iunius vor Saint, Antonin an. Er nahmselbst den Ort so nahe in Augenschein, daß man ihn mit einem Mueketcnschuß hatteerreichen können, und er ließ die Einwohner durch einen Trompeter auffordern. Sieantworteten ihm, daß sie diesen Ort für den Herzog von Rohan, und nicht für denKönig in Verwahrung hätten, und sie schoßcn nach dem Trompeter, welcher genöthl,get war, in das Lager zurück zu kehren. Der Verfaßer der Denkschriften des Herrnvon Pontis sagt, daß man die Sradt Salnt - Antonin angrief, ohne Laufgräben zumachen, und daß man plötzlich handgemein wurde. Man liefet hingegen in denDenkschriften des Herrn von Puysegür, daß man die Laufgräben ervfnere; und indem Kjercure kranLois, daß die Laufgraben von dem Regiment von Chappes er-öfnetwurden. Man sahe auf den Bergen, die um die Stadt herumlagen, einegroße Menge von Leuten, welche dahin kamen, um die Schanzarbeiten der Belage»rung in Augenschein zu nehmen. Baßompierre meldet, daß die Stadt an dem Orte,wo ihr am schwehrsteu beyzukommen war, angegriffen wurde, ungeachtet der Grün»de, welche er dem Prinzen von Condee vorhielte, um ihn davon abzurarhen.
Der Herr von Marillac behauptete, daß die schwächste Seite einer Stadt alle»mal diejenige wäre, wo die Feinde die meisten Bevestigungswcrke machten. Baßom»pierre erwiederte, daß dieser Grundsatz wohl seine Richtigkeit hatte, ehe noch die Be»vestigungöwerke gemacht wären; daß aber diese schwache Seite gemeiniglich die stärkstewürde, wenn sie bevestiget wäre. Allein man folgte seinem Rath nicht, und manfand Ursache genug, es zu bereuen. Das Regiment von Nvrmandie machte einenvergeblichen Versuch, um ein überaus starkes Bevestigungswcrk zu erpbtrn; es wur»de mit Verlust zurückgetrieben. Den folgenden Tag grief das Leibregiment dtcjesnämliche Werk mir eben so unglücklichem Erfolg an. > Der König wollte bey diesemzweyten Angcif gegenwärtig seyn, und er machte fich so nahe hinzu, daß der Herzog vonRetz, der ihn begleitete, eine Verwundung an dem Knie bekam, woran er lange Zeithinkte ?7s. Ludwig, der mit Verdruß sahe, baß seine Truppen zum zweytenmal zu»rückgerrieben wurden, zog die vornehmsten Officiere seiner Armee zu Rath, über dieMittel, diesen Schimpf zu rächen. Es wurde ausgemacht, daß man zuerst eine Mi»ne unter der Bastey anlegen, und sie sodann mit beßcrer Ordnung, als bis daher ge»schehen, angreifen müßte. Die Mine that ihre Würkung, und alsobald stieg derHerr von Presle, ein Sohn des Herrn von Nicolay, ersten Präsidenten der Rech»nungskammer zu Paris, Cornelte unter der Compagnie der Gendarmes des König, ö,am ersten aus die Sturmlücke, deren er sich, nach einem blutigen und hartnäckigenGefecht, bemeisterte, in welchem die Belagerten mehr als zwcyhundert Mann verloh»ren. Sie verlangten einen Vergleich zu treffen, und der erste Rakhöverwandte, Na»
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1622.
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Gesch.vonLrankr.Xtl. Theil.
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