unter der Regierung Ludwigs xm. 28 z
einzuräumen; indem er/ im Fall der Verweigerung, entfchloßen Ware, ihn förmlich-
zu belagern. La Boeßc verlangte zween Tage, um «ine Antwort zu ertheilen. Aberwährend daß er die Sache überlegte, ließ der Htrzog von Luxembourg, der kürzlich zuBlaye, worüber er das Gouvernement hakte, angekommen war, auch seiner Seilsden Herrn von la Bocße auffordern, ihm die Insel Argenton, nebst der darauf an-gelegten Schanze, zu übergeben. Man halte zu diesem Herzog einen von den Leutenaus der Schanze geführt, welcher ihn, die mangelhafte Beschaffenheit derselben ent-deckt und die Mittel angezeigt hatte, sich derselben zu bemcistern. Die Rocheöer wa-ren so nachläßig, oder, wegen d» andern Ausgaben, die sie zu bestreiken hatten, i»so großer Verlegenheit gewesen, daß die Schanze von Argcnton in sehr schlechten. Zu-stande sich befand. Man hatte nur eine Besatzung von fünfzig Mann hineingelegt.
Der Herzog von Luxembourg hatte sechs flammlandifche Schiffe, auf denen achthun-dert Soldaten waren; und man gab ihnen kleine Barken zu, um sie an das Land zusitzen.
La Boeße antwortete auf die Aufforderung des Herzogs von Luxembourg, «r wäreim Begrif, einen Vergleich mit dem König zu schließen, und er verlängere zehn biszwölf Tage, um die Bedingungen deßelbcn in Nichtigkeit zu bringen. Der Herzogbewilligte ihm nicht mehr, als vier Stunden, und la Boeße, da er sahe, daß er zuschwach wäre, um sich zu vertheidigen, nahm keinen Anstand mehr, sich zu ergeben.
Alle diese Eroberungen waren bey weitem nicht so schwehr, als die von Mont-pellier. Die ganze Armee bekam Befehl, dahin zu marfchiren , nachdem man achttausend Mann davon, unter der Anführung des Herzogs von Vendomc, in die Ge-gend um Moutauban herum, abgeschickt hatte, um diesen Platz zu sperren und denStrcifeceyen der Besatzung Einhalt zu thun.
Der König machte sich zu gleicher Zeit auf den Weg, von Salut - Antovln nach ^rMarschaiToulouse, allwo er den sieben und zwanzigsten Iuaius anlangte, in der Absicht, in»on Lesdiguie.Niederlanguedock einzurücken. Er vernahm zu Carcaßonne, daß sich der Marschalns wird »umvon Lesdkguieres endlich entschloße» hatte, katholisch zu werden. Dieses war das Comretable se-einzige, so ihm noch fehlte, um zur Würde eines Eonnetable zu gelangen. Der Kö-^^"'nig ertheilte ihm dieselbe ohne Anstand, und der Herr von la Ville-anx-Cl ns bekamBefehl, ihm die Bestallung darüber nach Gcenobie, wo er damals war, nebst derOrdenskctte von dem Orden des heiligen Geistes, zu überbringen. Man gab ihmsogar die sonderbare Freyheit, den Titel eines Conmrable zu führen, und die Verrich,tungen, so mit dieser Wurde verknüpft sind, zu besorgen, ehe er noch den Eid deß-wegen abgeleget hatte. Dieser Herr hatte den Ruhm, daß er der größte Kriegsmannwar, so seit verschiedenen Jahrhunderten in Frankreich gewesen. Seine Bekehrungwurde als ein beträchtlicher Verlust für die Protestanten, und als ein kostbarer Ge-winn für die katholische Religion betrachtet.
Man fertigte in der nämlichen Stadt ein vom funfzehnden Julius datirtcsSchreiben aus, durch welches derHerr von Soubise für einen Verbrecher wider die be,leldigte Majestät in dem ersten Puncte «klart, und dem Parüment befohlen wurde,ihm seinen Proceß zn machen. Er hatte sein Versprechen nicht gehalten, welches er,bey dem Vergleich wegen der Übergabe von Saint-Iean d'Angeli, von sich gegebenhatte, daß er dir Waffen nicht mehr wider den König führen wollte; und er war nachEngland gereisetum bey dieser fremden Macht Hülfe zu suchen. Diese Unterneh-mung hatte den König in Zorn gebracht, ob man schon keine Ursache halte, sich vordem Könige in England zu fürchten, deßen friedfertige Gemüthsart man kannte.
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