Band 
Zwölfter Theil. Vom Jahre 1610-1630.
Entstehung
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288 Geschichte von Frankreich

'' Güter vorenthielten. Diese Gründe schienen bey dem Grafen von Mansfeld einen

1622. Eindruck zu machen. Man giebt vor, daß er nachgehende zu verschiedenen Standes-

Personen sagte, er wäre niemals gesonnen gewesen, mit Frankreich einen Krieg an-zufangen. Mein , da er gcnökhiget wurde , aus diesem Lande zu gehen , sokann man nicht so leicht wißen , ob diese Rede seinen wahren Gesinnungen ge-mäß war.

Er antwortete dem Montereau , er wäre bereit, in die Dienste des Kö-niges in Frankreich zu treten, wenn Se. Majestät es bey den Vorschlagen, über dieman sich in dem vorigen Jahre mit Guichard verglichen hatte, fein Verbleiben habenließe; wenn der König breytausend Mann zu Pferd und sechstausend Mann zu Fußvon seiner Armee nehmen, und ihm den Überrest laßen wollte, um solchen nach Hol-land zu schicken; so wäre er erbötig, ihm solche zu geben, und mit ihnen allenthalben,wo man sie gebrauchen wollte, und unter welchem Generales Gr. Majestät beliebenwürde, zu dienen. Er begehrte sodann, daß man ihm zweymal hunderttausend Tha-ler in baaren Gelde, den Marschalsstad von Frankreich, und eine Herrschaft nahebey Paris geben, und solche für ihn zu einer Grafschaft oder zu einem Markgrafthumerheben sollte.

Montereau gab ihm zu verstehen, daß er zu viel verlangte. Mansfeld erwie-derte, daß die Erzherzogin ihm noch beträchtlichere Anerdierungen thäte; und Mon-tereau, um die Unterhandlung nicht abzubrechen, machte ihm Hofnung , daß er we-nigstens einen Theil von dem, was er verlängere, durch die Vermittelung des Herzogsvon Nevers, erhalten würde. Allein man brauchte Zeit, um dem Herzog von Ne,Vers , der zu Chalons war, und der Königin und dem Kanzler, die sich zu Paris be-fanden, von diesen Vorschlägen Nachricht zu ertheilen; und noch mehr Zeit war vou-nöthen, um solche dem Könige, der zu Bester» war, zu wißen zu thun. Indeßendrung der Herzog von Lothringen bey dem Grafen von Mansfeld darauf, baß eraus seinen Staaten fortziehen sollte, und er erinnerte ihn, sein Versprechen zu er-füllen, welches er ihm gethan hatte, daß er sich darinnen nicht aufhalten wollte. Eswurde ausgemacht, daß er diese Staaten räumen, und mit kleinen Tagrcisen fortmac-fchiren sollte, so, daß er zehn völlige Tage zubrächte, bis er an die Maas käme, all-wo er stille halten würde, ohne üvcr diesen Fluß zu gehen, bis die Antwort des Kö-niges angekommen wäre; und daß man die e zehn Tage über, da er auf dem Marschwäre, ihm eine gewiße Quantität Commißbrod zur Unterhaltung seiner Truppen lie,fern sollte.

Als der Herzog von Nevers diese Puncte, worüber man einig geworden war,erfahren hakte, so schickte er den Marquis von Trainel nach Paris , um der KöniginNachricht davon zu überbringen. Sie bezeugte viele Zufriedenheit darüber, und dasie sahe, daß dieser Anfang einer Unterhandlung ihr Zeit verschaffen würde, um Kriegs,Völker zusammen zu ziehen , so ließ sie Patente zu Anstellung neuer Werbungen ausfer-tigen. Sie schrieb an die Gouverneurs von dem Herzogrhum Burgund , von derPicardie und von der Normandie, sie sollten ihre ganze Macht zusammenziehen , undihr die eigentliche Anzahl der Soldaten melden, die sie in Champagne schicken oderführen könnten. D.r Herzog von Chaune, Gouverneur von der Picardie, ver-sprach viertausend Mann zu Fuß und fünihundcrt zu Pferd, und er erbot sich , diezur Anwerbung dieser Truppen erforderliche Summen vorzuschi- ßcn. TXr Herzogvon Bellegarde, Gouverneur über das Herzogthum Burgund, m ldeke, d ß erbrey-hundert Edelleute und zwey Infanterleregimenter in Champagne führen wollte. Der

Herzog