Band 
Zwölfter Theil. Vom Jahre 1610-1630.
Entstehung
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290 Geschichte von Frankreich

te, daß der Herzog von Bouillon seine Unterhandlung mit dem Grafen von ManS-IÜ22. srld keineswegs gut heißen würde. Er gab ihm zu erkennen, daß er nicht durch Se-dan gehen könnte, und wendete zur Entschuldigung vor, daß er dadurch seinen Wegverlängern würde, und daß es der Herzog von Revers übel aufnehmen könnte, wenner etwas solches thäte, ohne ihn darum zu fragen. Aber Mausfeld drung so stark inIhn, daß er befürchte, ihn mißvergnügt zu machen, und ihm daher versprach, zudem Herzog von Bouillon nach Sedan zu kommen, wohin er sich von dem HauptmannSchmit führen ließ. Montereau versähe sich darauf, daß er allda schlecht würde be,willkomn^er werden, und er betrog sich auch nicht in feinen Muthmaßungen. Sobald ihn der Marschal von Bouillon sahe, so fragte er ihn, woher er käme, und waSer für Unterhandlung getrieben hätte. Montereau wollte ihm antworten; aber erfiel ihm in die Rede und sagte, er wäre gar wohl benachrichtiget, daß der Herr vonNevers, ohne Vollmacht und Erlaubniß des Königes, einen Tractat machte; under würde den Erfolg deßelben schon zu verhindern wißen. Er schickte hierauf denMontereau mit sehr harten Worten fort, und befahl ihm, die Stadt schleunig zuverlaßen.

Die in dem l^IercurL kran^ols angeführte Nachricht meldet den Grund nicht,der den Grafen von Mansfeld bewog, über die Maas zu gehen. Aller Wahrschein-lichkeit nach that er solches auf Anhaken des Herzogs von Bouillon. Es scheinet ge-wiß zu seyn, daß er den achten August über diesen Fluß gieng. Er lagerte seine Reu-terey in die Gegend um Mouzon herum, und nahm mit seinem Fußvolk sein Quartierin dem Dorf Lestange, eine Meile von dieser Stadt.

Da er keine rechtmäßige Ge valt hatte, um seine Armee zu commandiren, sowaren auch seine Soldaten nicht geneigt, zu gehorchen. Gleich im Anfang wurdenzweytaufend Mann von der Reuterey aufrührisch. Sie fragten, wer ihr Oberherrwäre, seit dem sie nicht mehr in Diensten des Churfürsten von der Pfalz stünden?wo man sie hinführen wollte? an wen sie sich zu wenden hätten, um ihre Löhnung zuerhalten? Dieser Geist der Empörung und Aufruhr breitete sich auch sogar unter demFußvolk aus, und Mansfeld mußte alle Augenblicke befürchten , von einem großenTheil seiner Truppen verlaßen zu werden. Er suchte sie zu besänftigen, indem er ih,nen versprach, daß sie ihre Löhnung ganz richtig erhalten sollten, und daß er für dieHerbeyschaffung ihres Unterhalts Sorge kragen würde. Allein er konnte doch nichtverhindern, daß nicht dreihundert von denen, die am meisten aufrührisch waren, sichzu Don Gonsales von Cordua, in das Herzogthum Luxemburg, begaben.

Der Herzog von Bouillon hatte dem Grafen von Mansfeld zu verstehen ge-geben, daß Mouzon in seine Gewalt gerathen würde, sobald er sich nur davor sehenließe. Allein er fand allda mehr Widerstand, als er gedachte.

Da stch der Graf von Grand, Pre, Gouverneur dieses Platzes, mit einer Be,lagerung bedrohet sahe, so hatte er mit der größten Eilfertigkeit an Wiederherstellungder Bevestigungswerke arbeiten laßen, welche sich in sehr schlechtem Zustande befan-den. Er hatte dem Herrn von Cadenet, Fähndrich unter seiner Compagnie, aufge-tragen, eine gewiße Anzahl Soldaten in Eile anzuwerben, die in die äußern Bevcsti-gungSwerke gelegt wurden.

Saint-Simon und Desormeaux, Hauptleuke von zwo Compagnien des Regi-ments von Vaubecourr, welche in der 'Stadt zur Besatzung lagen, hatten Befehl er-halten , die Anzahl ihrer Leute zu vermehren und jede Compagnie bis auf zweyhunsert

Mann