Band 
Zwölfter Theil. Vom Jahre 1610-1630.
Entstehung
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unter der Regierung Ludwigs xlii. 34z

der zu bringen suchte; und er hatte hierüber sehr heftige Streitigkeiten mit diesen zween """

Ministern. Allein er erklärte ihnen , er wüßte vollkommen wohl, was für ein Unter, 1624schied zwischen einer Staatsangelegenheit und einer Religionssache zu machen wäre;die Spanier suchten nichts , als die Herrschaft über Italien zu erlangen , und dieBundesgenoßen des Königs , unter dem Verwand der Erhaltung der catholischenReligion, zu unterdrücken; und es könnte ihn kein Gesetz verbinden, ihrem Ehrgettzfreyen Lauf zu laßen.

Richelieu fieng an, in einem gebieterischen Ton zu reden. Es war niemandmehr in dem Sraatörarh, der ihm im Wege stund , und er war sorgfältig, allediejenigen zu entfernen, die ihm das Vertrauen des Königes hätten entziehen , oderdaßclbe mit ihm theilen können. Da der Herr Arnaud , ein Officier, der ingroßer Achtung stunde, den vierzchndcn September zu Fontenai , le - Comte verstor-ben war, so wurde Toiras , Hauplmann unter dem Leibregiment, und Gouverneurvon Amboise, statt seiner, zum Gouverneur von der tubwigsschanze gemacht. Die,se Schanze wurde damals als ein Platz von äußerster Wichtigkeit angesehen, wegender Nahe von Rochelle; und man hielt für dienlich , sie dem Toiras, als einem Offi»cier von ausnehmenden Eigenschaften , anzuvertrauen, über dieses, so ergrief auchdie Königin Mutter und der Cardinal Richelieu mit Vergnügen diese Gelegen,heit, ihn von der Person des Königes, dem seine Gesellschaft angenehm zu seynschiene, zu entfernen, aus Furcht, er mögte unvermerkt eine allzugroße Gewaltüber das Gemüth deßelben und allzuvielen Antheil an seinem Vertrauen erhalten.

Nicolaus Brülart, Kanzler von Frankreich, starb den ersten Oktober auf sei, Tod des Kauz,nem Landgut Sillcry in Champagne. Sein Geschlecht war alt und berühmt 4;lrröoonLillcrp.Seine Vorfahren hatten, wie man vorgiebt, sich in Kriegsdiensten gebrauchen laßen,bis zur Zeit der Regierung Ludwigs Xl. der den Urältervater des Kanzlers von Sik-lery , (dcßen Vater Präsident bey der Gerkchtskammer der bürgerlichen Recktshän,del war, ) zum Rath von seinem Parlemente erncnnete. Heinrich l I k. trug ihmverschiedene wichtige Verrichtungen bey dem Könige von Navarra und der KöniginCacharina von Medicis auf. Er ernennetc ihn zu feinem Gesandten in der Schwektz;und Heinrich IV. als er den Thron bestiegen hatte, ließ ihn bey feiner Gesandken-stelle, in welcher er diesem Fürsten große Dienste leistete, und die Schweitzcr abhielt,daß sie denenjenigen, die ihm die Krone streitig machten, keine Truppen zukom-men ließen.

Als Heinrich IV. im Jahr 159s. nach der Reise durch das Heczogthum Bur,gund, nach Lyon gekommen war, so befahl er dem Herrn von Stllery, sich bey ihmeinzufinden. Er umarmete ihn, und sagte: Wenn alle meine Diener mir so ge,dienet hätten , wie Sie, so würde ich nicht in den verdrüßlicben Umständenseyn , worinnen ich bin. Er ernennete ihn nach diesem zum Bevollmächtigten beyder Friedensuuterhandlung, die, »ach der Wiedereroberung von Amiens, mit Spa,nien angestellet wurde. NachgehendS wurde er, als außerordentlicher Gesandter,zur Schließung der Heyrakh der Prinzeßin Maria von Medicis mit Heinrich I V.nach Rom geschickt; und er bekam Befehl, ungesäumt zurück zu kommen , um mitdem Cardinal Aldobrandiuo, wegen des Friedens mit Savoyen, in Unterhand,lung zu teeren.

Dieft

* i; IVIsrcuie ksrsn;oi;, t. k.