Buch 
Librorum nonnisi veterum rariorumque proximis ab inventione typographiae annis usque ad a. 1682 in quavis facultate et lingua editorum notitia historico-critica : oder, Theophili Sinceri neue Nachrichten von lauter alten Büchern, so von Anfang der edlen Buchdruckerei bis A. 1682, da sich die Acta eruditorum Lipsiensia angefangen, ans Licht getreten sind : nebst allerhand ... dienlichen Auszügen aus einem viel-jährigen Brief-Wechsel, auch andern gelehrten und curieusen Sachen ... und mit nöthigen Registern versehen / [Georg Jacob Schwindel]
JPEG-Download
 

HO

probaten. Und wie die Pharisaer diesen Tag wieder ihn agircf; also versuch-ten auch die Sadduzeer (müssen auch viele von dieser Secte im Concilio sich be-funden) Christum bey denen übrigen Juden, die daselbst zugegen waren, veracht,und verhast zu machen. Ich oblervirte, daß es mit ihnen gieng, wie einsmahlSMit tteroäe und Pilstc, welche beyde gleichwohl Christum creutzigen zu lassen ei,nigwurden, ohngeacht sie es unter sich sonst garnicht waren: denn obgleich diePharisäer und Sadducäer in ihren Meynungen unter sich von einander sehr ge-trennet sind, so sind sie dennoch nur allzugenau mit einander verknüpft und ver-strickt, Christum durch ihre- Lügen, Verlaumdungen und Lästerungen zu verklei-nern und zu beschimpfen: Und über diß, daß die Sadduzeer sowohl als die Pha-risäer ihn auch in andern Dingen hart beschuldigten, so thaten solches die Erstenbesonders auch darin», daß sie ihn vor einen ----- und Urheber fal-scher Lehren ausschryen, weil er in seinem Evangelio die Auferstehung von denenTodten lehrete. Wiewohl es gar nichts neues ist, daß Factiones unter sich inHaß und Zank leben, und dennoch sich vereinbaren, wanns gegen andere und zwarmeistens in bösen Absichten gehet, wie ich solches aus der Erfahrung habe: Dannals mich eben a. 1650. zu Rom auf dem damaligen Jubiteo befand, war daselbstein hefftigex Streit zwischen denen Jesuiten und Dominicanern, welche beydePartheyen denen Prorcüanren entgegen waren : und obschon ihre Differenzienvon dem Pabst, um der Welt nicht bekannt zu werden, aufs sorgfältigste verhee-ret wurden^ so eclarirtm sie dennoch nur desto mehr, sowohl durch öffentlichevilhuren, als auch durch verbitterte Schriften, wodurch immer eine Faction derander» ihre Laster und Irrthümer um die Wette zu ihrer grösten ProstitutionpubUc machte; mithin der Pabst bewogen ward, die Urheber solcher Schänd-und Schmäh Schriften, als welche zum grösten Nachtheil der Clerisey und Re-ligion in der ganzen Welt gereichten, mit dem Bann zu bedrohen: Jedoch dieses

vur en paflant».

Nun sind wir auf den yren und leyreuTag ihres Concilii kommen, anwelchem diß die vornehmste Frage unter ihm war-

Ob Lhristus kommen sey, und dann, was vor Gestye und Befehl«:er seiner Rüchen zu beobachten hinterlassen habet

Das war eine grosse Frage unter ihnen: und nml sie dem Neuen Testamen-te keinen Beyfall gaben, noch durch dasselbe sich weisen lassen wollten, so begehr-ten sie ander» Unterricht, um in diesen Punct hinein gewiesen- und geführt zuwerden.

Weßwegen Sechs von der Römischen Clerisey, welche zu dem Ende derPabst zu Rom dahin gesendet hatte, um diesem Concilio beyzuwohnen, hineingerussen wurden, als 2. Jesuiten , r. Augustiner und 2. Franciscaner. Und, sobald sich die Versammlung mit ihnen in. Coukerenz. eingelassen/ siengen sie an,

die.