Band 
Funfzehnder Theil. Vom Jahre 1643. bis 1715.
Entstehung
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der Regierung Ludwigs xiv. ,77

daß alle Hoffnung zur Behaubttmg dieser Insel verlohren wäre, so wurde diese Ver- .—

starkung nicht fortgeschickt. Der Graf von Chateau - Renaut gieng mit einer, Escadre 1691.nach Irrlaud, um die Capitulation von Limmerick vollziehen zu laßen. Er brachtealle Franzosen/ sechzehntauseud Mann irrlaudischrr Truppen , und viele Familien mitsich nach Frankreich zurücke.

In Catalonien erobert der Herzog von Noailles die Stadt Urgel iu acht Tagennach der Erösnung der Laufgräben. Die Besatzung wurde zu Kriegsgefangenen ge-macht.

Zur See bombardirt der Graf von Etrees Barcelona und Alicante, und richtetvornehmlich in dieser leztgemeldeten Stadt großen Schaden dadurch an.

In Deutschland verhielt man sich beyderseits nur vrrtheidigungSweise , und esgieng allda nichts von besonderer Wichtigkeit vor.

Der Marquis von Louvois, Minister und Staatssekretär/ stirbt. Er hatte. Besonderein dem Fleiße und in der Geschicklichkeit zu der Ministeröstelle bey dem Kriegswesen, Vorfälle,seinesgleichen nicht. Seine Fertigkeit, seine Verschwiegenheit, seine Vorsicht, und 16. Iul>seine Sorgfalt, die er zur Beförderung der wichtigsten Unternehmungen, so unter derRegierung Ludwigs des Großen ausgeführt wurden, anwendete, versicherten fast alle-zeit den glücklichen Ausschlag derselben.

Er war auf dem Puncte, in Ungnade zu fallen, als er plötzlich an einemSchlagfluße, oder, wie die Rede gieng, an Gisst starb. Herr Dangeau versichert i»seinem Tagbnche, Laß die Aerzte, nach vorgenommener Oeffnung des Körpers desHerrn von Louvois, einstimmig urtheilten, daß er Gisst bekommen habe. Man hielteinen aus Savoyen gebürtigen Schenrer, der sein Kabinet saubern sollte, im Verdacht,daß er in einen Krug voll Waßer, den der Herr von Louvois immer bey sich stehendHatte, Gisst geworfen habe. Dieser Savoyard wurde eingezogen und verhört. Allein,da man weiter nichts als einen blosen Verdacht und nicht den geringsten Beweis gegenihn hatte, so kam er wieder in Freyheit, nachdem er über zwey Jahre lang zu Vin,cennes im Gefangniße geseßen war. Er bekam Befehl , das Königreich zu meiden;und man findet sonst keine Spuren von einer weitem Untersuchung.

Man giebt vor, daß der König sich über den Tod dieses Ministers gar leicht trö-stete, und daß die Frau von Maintenon, die demselben nicht günstig war, dem Kö-nige einen Widerwillen gegen ihn beygebracht hatte. Man war übel damit zufrieden.

Laß er, durch sein trotziges und herrschsüchtiges Bezeigen, den Herzog von Savoyenwider Frankreich aufgebracht, und daß er die ganze Macht des Königreichs zur Bela-gerung der Festung Philippsburg angewendet hatte/ anstatt daß man dem Prinzen vonDramen bey seiner Unternehmung wider den König von England, den er vom Thronegestoßen, unmittelbar hätte Widerstand thun sollen. Die Frau von Maintenon sagtein einem Briefe, den sie kurz vor dem Tode dieses Ministers schrieb ^: LvuvvlShangt nur noch an einem Faden.

Man hat sogar erzählet, daß der Herzog von Orleans, der Bruder des Köni-ges, als er diesen Todesfall erfuhr, sogleich zu ihm eilte, um ihm wegen des grossenVerlusts, den er erlitten, sein Beyleid zu bezeugen, und daß der König ihm hieraufantwortete : Ich habe nicht das geringste dabey verlohren, sondern der große Ver-lust

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Gesch.vonLrankr. XV. Ehest,

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