der Regierung Ludwigs xiv. igi
sich noch länger gehalten haken, ,wettn nicht der Marschal von Boufflers die große An-zahl der Zarinn befindlichen verwundeten Soldaten und Offiziere in Betrachtung gezogenhatte, welche man nicht in Has Schloß hringen konnte, und die,,verinögber Capitula« ^tjon der Stadt, zu Waßer nach Dinant mußten gebracht werdet
In währöndee Zeit, da man die Stadt angriff, beschoß man auch das Schloß,allwo am meisten Blut vergoßen wurde. Der lezte Sturm geschahe gegen die Festung.
Man stritte dabey mit unerhörter Erbitterung, Und die Feinde wurden zurückgeschlagen.
'Sie vcrlohren dabey an Todten und Verwundeten neuntausend Mann, und die Bela«gerten dreytausend. Endlich wären die Breschen so groß, daß ein ganzes Bataillon inOrdnung Sturm laufen konnte; und die Belagerten hatten, seit den leztcn Stürmen,nicht mehr als zweitausendund dreyhundert Mann, die im Stande waren, zu fechten.
Dieses bewog den Marschal und den Gouverneur, zu capituliren. Die Besatzung er«
hielt eine Capitulation, die rühmlich und ihrer tapfern Gegenwehr gemäß war: allein
sie wurde von dem Prinzen von Oranien gebrochen, indem er den Marschal vonVouff-
lers anhalten und in Verhafft nehmen ließ. Die Festung ergab sich den fünften Sep« 5« Sept,
tember, nachdem sie sich, seit dem Anfange der Berennung, sieben und sechzig Tage
lang gehalten hatte. Diese Belagerung kostete den Alliirten zwanzigtaufend Mann und
«inen unermeßlichen Aufwand.
Wir verlohren dabey den Marquis von Vieuxbourg, die Grafen von Maule«vrier« Colbert, von Morsiein und Caylus, den Herrn von Moulinneuf, Untergou,verneur des Schloßes, den Herrn des Barreaux, Obersten unter den Dragonern,und den Oberstlieutenant von Vinox, welche getödet wurden. Die Herren von Rei«gnac, von Bragelonne, vonPrince, und der Graf von Albert, Oberster unter denDragonern, wurden verwundet. Der Herr von Megrigni, ein Ingenieur, that da«bey sehr nützliche Dienste, wofür er von dem Könige zum Generallieutenant gemachtwurde. Der Marschal von Boufflers bekam den herzoglichen Titel, und noch vcr«fchiedene Officiere wurden, nach Beschaffenheit ihrer Verdienste, belohnet.
Während daß die Alliirten Namur belagerten, erhielt der Marschal von Vil« , 4 . M isleroi den Befehl, nach Brüßel zu marschiren und diese Stadt zu bombardiren. Er voll- Aug.zog denselben, ungeachtet die Armee des Prinzen von Vaudemont an den Stadtmauernstund. Mau warf dreytausend Bomben hinein, welche eine sehr große Zerstörunganrichteten. Es wurden dreytausend, achthundert und zwanzig Häuser zerschmettertoder verbrannt, worunter sich verschiedene öffentliche Gebäude, Kirchen, und Palläste,die besonderen Herren zuständig waren, befanden. Der Churfürst von Bayern hättedieses Übel verhüten können, wenn er nur gewollt hätte: denn erstlich erwies ihm dec Mar,schal von Villeroi die Höflichkeit, daß er in das Stadtviertel, wo die Churfürstinn ihreWohnung hatte, keine Bomben werfen ließ. Zweytens ließ er dem Prinzen vonBergh, als dem Gouverneur der Stadt, andeuten, daß der König ihm, ungeach-tet alles schon zur Bombardirung in Bereitschafft wäre," dm-Befehl zugeschickt hätte,dieselbe zu unterlaßen, wenn die Alliirten das Bombardiren unserer Seestädte einstellenwollten. Allein, da man immer Verzögerungen machte und keine deutliche und ent-scheidende Antwort geben wollte, so mußte diese Haubrstadt der Niederlande dieses Un»glück über sich ergehen laßen ; und man sagt, daß der Schade sich auf mehr, alszwanzig Millionen bclicf. Der Marquis von Montpcsat , Haubtmann unter demLeibrcgimenke, der Adjutant le Feron, und der Unterlieutenant dü Fai wurden beydieser Unternehmung verwundet, und der Ritter von Mongon, Carabinierhaubtmann,
ward ,