4. GESCHICHTE DER MATHEMATIK.
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Astronomie, Mathematik und Mechanik. Sie bestimmten gemein-schaftlich die Schiefe der Ekliptik. Mohammed soll die Auf-lösung der Gleichungen des 2. Grades gefunden haben.
f) Gerbert, später Papst Sylvester II, geh. um 920in der Auvergne, Benedictiner in dem unter Abt Abbon durchGelehrsamkeit ausgezeichneten Kloster Fleuri; reist nach Spanien,wo er mit der Mathematik der Araber bekannt wird; kam durchseine Gelehrsamkeit und die Erlangung der päpstlichen Würdein den Ruf der Magie. Die Einführung des arabischen Ziffer-systems wird in die Jahre 970 oder 980 gesetzt.
12 ) L eon ard Fibonacci von Pisa (lebte um 1200). SeinVater ßonacci (daher Filius Bonacci=Fibonacci) Notar der Pisanerin Budjia (0 von Algier). Der Sohn bereist als Kaufmann Afrika,Aegypten, Syrien. Sein Abbacus, 1202, lehrt die indische Rech-nungsart und die Algebra im Abendland kennen. Seine PracticaGeometriat , 1220, worin u. a. der Inhalt des Dreiecks durchdie drei Seiten bestimmt wird, bereits ein Anfang der Anwendungvon Algebra auf Geometrie
13 ) Lucas de B ur go (lebte in der 2. Hälfte des 15. Jahr-hunderts). Luca Pacioli de Burgo S. Sepolcro, Minoritenmönch,Lehrer der Mathematik in verschiedenen italienischen Städten,in Mailand mit Leonardo da Vinci am Hofe von Ludovico Moro,zuletzt in Florenz.
14 ) Re gi om o n t an us (1436-1476) Johann Müller vonKönigsberg in Franken. Schüler des Astronomen Georg vonPeurba ch in Wien. Lässt sich in Nürnberg nieder und widmetsich der Astronomie, mit Bernhard Walther. Nach Rons,berufen zur Kalenderreform. Später, Bischof in Regensburg.Sein Tractatus de triangulis , 1464, von Schoner 1533 heraus-gegeben , ist eine vollständige geradlinigte und sphärische Tri-gonometrie.
lä ) Werner, Johann (1468-1528), von Nürnberg. Vor-züglicher Kenner und Bearbeiter der griechischen Mathematiker.
16 ) Tartagiia, Nicolo (stirbt 1559), von Brescia , in derJugend in grösster Armuth, später Lehrer der Mathematik inVenedig. Spielt eine Hauptrolle in den mathematischen Kämpfenseiner Zeit, durch gegenseitiges Setzen von Problemen. ImStreit mit Cardan über die Lösung der Gleichungen des 3. Grades;er giebt für ganze und positive Exponenten die Entwicklung desBinoms. Sein General trattato di numeri e misure, 1551, einallgemeines Werk über reine Mathematik.