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Einleitung in das Studium der Physik und Elemente der Mechanik / von B. Studer
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5. MECHANIK«

45 ) Legen dre (1752-1833). Geb. in Toulouse, erhältseine Erziehung in Paris. Frühe Professor der Mathematik ander Militärschule in Paris. Mit Cassini (1787) bei der Grad-messung im nördlichen Frankreich, später in der Commissionzur Einführung der neuen Maasse und Gewichte. Unter NapoleonVorsteher der Universität und Examinator der PolytechnischenSchule. Vorzüglich bekannt durch seine Elemens de Geometrie ;in der höheren Mathematik durch seine Exercices de calcul intd-gral 1811-19; Theorie des fonctions ellipliques; Theorie desnombres 1808. Auch verdankt man ihm (1805) die Methodeder kleinsten Quadrate.

5. Mechanik.

Aus der Vorstellung der Causalität ist der Begriff derKraft hervorgegangen. Nach Analogie unserer inneren Erfah-rung heissen wir Kraft die ursprüngliche Ursache jeder Ver-änderung in der Aussenwelt, oder auch jedes Widerslandes,der sich einer Veränderung entgegensetzt. Alle Veränderungender Lage, Gestalt, Cohäsion, Temperatur, stofflichen Beschaffen-heit u. s. w. werden bewirkt oder verhindert durch Kräfte,oder Naturkräfte, im Gegensatz geistiger Kräfte, den thätigenPrincipien in der Gedankenwelt. Kräfte, welche Bewegungerzeugen, oder zu erzeugen streben, heissen bewegende odermechanische Kräfte; chemische oder Affinitätskräftebewirken die Veränderungen des Stoffs; organische Kräftebedingen das Leben organischer Körper. Man unterscheidetzwischen momentan, durch einen augenblicklichen Stoss oderZug, und anhaltend wirkenden Kräften; zwischen an-ziehenden und abstossenden Kräften; zwischen Kräf-ten, die in jede Entfernung wirken (Gravitation, Ma-gnetismus) und Molecularkräften, deren Einwirkung inunmessbar kleiner Entfernung verschwindet (Cohäsion, Affinität),Eine bewegende Kraft, deren Wirkung durch einen Widerstandgehemmt wird, übt auf diesen Widerstand Druck aus; derDruck ist momentan oder anhaltend, wie die Kraft,