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Einleitung in das Studium der Physik und Elemente der Mechanik / von B. Studer
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7 . DIE SPECULAT1VE STOFFLEHRE,

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gegen den Wunsch seines Vaters, eines armen Architecten, abervon einem Freunde unterstützt. Später Professor der Mathematikan mehreren Collegien in Paris. Einer der ersten, welche denInfinitesimalcalcul in Frankreich einführlen. Vorzüglich der mathe-matischen Mechanik zugewendet.

16) Hermann, Jacob (1678-1733). Geb. zu Basel. Schülervon Bernoulli, obgleich er Theologie studirt. Durch Empfehlungvon Leibnitz Professor der Mathematik in Padua, dann in Frank-furt a. d, 0., von da als Akademiker nach Petersburg, das er,1731, verlässt, um in Basel die Professur der Moral zu über-nehmen.

1T ) Poisson, Simeon-Denis (1781-1840). Geb. zu Pithiviers, Sohn dürftiger Eltern, von einem Oheim in Fontainebleaufür Chirurgie erzogen. Hört zufällig einen Vortrag daselbst überMathematik, zeigt ungewöhnliches Talent und bestimmt sich fürdiese Wissenschaft. Tritt 1798 mit Auszeichnung in die neugegründete Polytechnische Schule, bei der er nach seinem Aus-tritt als Lehrer blieb. Später zu höheren Ehrcnstellen befördert.Hat die höhere Analysis auf alle Zweige der Physik angewendet.

S. Oie speculative Stoff'lehre.

Wie der Begriff der Kraft, hat auch das Wenige, das wirüber den, Stoff oder die Materie aussagen können, sich nur mitHülfe der Erfahrung entwickelt, erscheint aber nun auch so festin unserem Denkvermögen gegründet, dass wir uns nicht will-kürlich davon frei machen können, sondern die Vorstellung alseine nothwendige anerkennen müssen.

Wir sehn starre Stoffe in der Wärme flüssig werden, inhöherer Wärme verdampfen, dem Auge verschwinden, unddennoch ihr Dasein durch Gewicht und Kraftäusserungen beweisen.Stoff ist also nicht nur das Feste, Starre, nicht nur das Sicht-bare und Tastbare. Entfernen wir aber aus dem Begriff diesewechselnden, zufälligen Merkmale, so bleibt uns nur ein Etwas,das Raum einnimmt, einwirkenden Kräften Widerstand leistetund daher selbst auch Kraft ausüben kann. Mit Nothwendigkeitist auch in unserer Vorstellung der Sitz einer Kraft stets mit