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Einleitung in das Studium der Physik und Elemente der Mechanik / von B. Studer
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13. GESCHICHTE DER INDUCTIYEN NATURWISSENSCHAFT. 91

nach strenger inductiver Methode und bildendes Ineinandergreifendes Experiments und der Theorie ist Biot 27 ), Tratte de phy~sique experimentale et mathematiqne, 4V. 1816.

Obgleich im Anfang dieses Jahrhunderts die Physik inDeutschland , durch die naturphilosophische Schule von Schel-ling, von einem Rückfall in die wortreiche aber inhaltleere,mit Analogie’n spielende Physik des Aristoteles und der Scho-lastik bedroht war, während jetzt von anderer Seite eher dieRückkehr zu der Atomistik von Democrit und der englisch-französischen materialistischen Schule versucht wird, hofft dochgegenwärtig kaum ein besonnener Naturforscher, von diesenspeculativen Grundlagen ausgehend, die Wissenschaft wesentlichfördern zu können. Die speculative Philosophie selbst beschränktsich, in Bezug auf die Naturwissenschaft, auf die verdienstvolleAufgabe, uns über das Ziel, dem wir nachzustreben haben undüber den besten dahin führenden Weg aufzuklären, die Schrankenzu bestimmen, die unserem Wissen gesetzt sind, und denNaturforscher in diese Schranken zurückzuweisen, wenn er esversuchen sollte, sic zu überschreiten und in ein ihm fremdesGebiet einzubrechen.

Immer von neuem zeigt sich indess das Bestreben, denlangen und mühsamen Gang der luduction und die Aufforderungzu geistiger, erfinderischer Anstrengung zu umgehn, die Wissen-schaft gleichsam zu mechanisiren. Die glänzende analytischeDarstellung, welche durch Euler, Lagrange, Laplace dieschwierigsten Probleme gefunden hatten , verleitete zu demGlauben, dass die Analysis das Eingehen auf die Sache selbstuns ersparen könne, dass die Discussion allgemeiner Gleichungenund ihre Anwendung auf einzelne Fälle vorzugsweise zur Ent-deckung neuer Wahrheiten und zur Förderung der Wissenschaftführe. Aus dem Bestreben , schnell zu allgemeinen analytischenAusdrücken zu gelangen, sind grossentheils die neueren Hypo-thesen über die atomistische Beschaffenheit der Materie hervor-