172 Poungs Reisen
Den rüsten genoß ich den Anblick der Weinlese, dieich noch nicht so schön wie hier gesehen hatte. Im vori-gen Herbste war sie durch den häufigen Regen zu einertraurigen Beschäftigung geworden; jetzt aber zeigte sichallenthalben Leben nnd Thätigkeit. Das Land ist dichtund gut eingezäultt. Man hat hier eine herrliche Aussichtüber die Loire von dem letzten Dorfe in Bretagne, wo sichquer über der Heerstraße ein großer Schlagbaum undZollhäuser befinden, an denen alles, was von dort kommt,vistiirt wird. Die Loire hat hier das Ansehen einesSees, der groß genug ist, um die Aufmerksamkeit zu er-regen. An beiden Seiten sieht man Gehölz, das sichnickt überall an diesem Flusse findet; außerdem Städte,Thürme, Windmühlen, eine große Strecke reihendes Landmit Weinbergen bedeckt: eine heitere und dabei edleScene! Nach Anjou kam ich durch eine lange ReiheWiesen. Von hier ging ich über St. George nach An-gers, verließ auf zehn Meilen die Loire, und kam dannbeiAngers wieder zu ihr. Ich hatte Briefe von HerrndeVroussonet; er konnte mir aber nicht angeben, inwelchem Theile von Anjou sich der Marquis de Tour-billy aufhielte. Es lag mir sehr viel daran, das Land-gut dieses Edelmannes zu sehen, wo er die schönen Ver-besserungen angebracht hat, die in seinem Aufsätze überdas Urbarmachen der Felder (8u>- les UtiHc-bomenz) be-schrieben sind; daher war ich denn fest entschlossen, esaufzusuchen, so weit es auch außer meinem Wege liegenmöchte. — zo (6Y Meilen.
Den 27 sien. Unter meinen Empfehlungsschreibenhatte ich auch eins an Herrn de laLivoniere, bestän-digen Sekretär der hiesigen Gesellschaft des Ackerbaues.Er war auf seinem Landsitze Mignianne, zv ei Franzö-sische Meilen von hier. Als ich dort hinkam, fand ich ihnmit seiner Familie schon bei Tische. Da es noch nicht zwölfUhr war, so hatte ich nicht geglaubt, mir diese Unhöflich-keit zu Schulden kommen zu lassen. Aber er sywohl als