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I. Band.
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IV. Capitel. Von der Vermehrung des mdnschV Geschlechts. 25

hinzukomme: um so viel.er dadurch eine grössere Quantität Nahrung hervor-bringt , um so viel legt er den Grund zur Erhaltung einer grossem AnzahlMenschen. Diese vermehrte Anzahl werde ich B nennen. Nun schließe ich:Gleichwie A in einer beständigen Proportion gegen die freywilligen Früchteder Erde steht, so muß B in Proportion gegen den Ackerbau stehen (durchdieses Wort verstehe ich itzt jedes Mittel, wodurch man durch Arbeitmehrere Nahrung zuwege bringt). Folglich muß die durch der MenschenArbeit erhaltene Anzahl sich zur ganzen Anzahl der Menschen verhalten, wieB zu A 4* B, oder wie B zu A und B zusammengenommen.

Hieraus erhellet sogleich, daß die Menschen in zwo Classen vertheiltsind. Zur ersten gehören die, welche, ohne zu arbeiten, von den freiwilli-gen Früchten der Erde leben, als von Milch, von zahmem Vieh, von derJagd, u.sw. Zur andern Classe gehören die, welche den Erdboden zu be-arbeiten verbunden sind. Es wird nun dienlich seyn, zu untersuchen, waswol natürlicherweise einen Menschen zur Arbeit verbinden würde, und wel-ches die natürlichen Folgen von dieser Arbeit in Absicht auf die Bevölkerungseyn werden.

Ich habe schon gesagt, daß im Cörper des Menschen ein Urstoff zurZeugung liegt, der ihn anreizt, sich-zu vermehren. Noch ein andres Prin-cipium , das seiner Seele von Natur anhängt, ist die Selbstliebe , oder einVerlangen nach Ruhe und Glückseligkeit, welches diejenigen , die bey sichgewisse persönliche, oder politische Vorzüge merken, antreibt, sich jedennatürlichen Vortheil zu Nutze zu machen. Folglich werden diese letztemsich nach Proportion vermehren, weil sie dadurch, daß sie sich die Früchteder Erde zueignen, die Mittel erlangen, ihren Nachkömmlingen Unterhaltzu verschaffen. Die erstem hingegen werden, meinesErachtens, natürlicher-weise ihre Knechte werden, weil dieses unter allen der leichteste Weg ist,Unterhalt zu finden. Was ich hier sage, ist der Natur des Menschen so ge-mäs, daß wir überall, sogar an Kindern, wahrnehmen, wie die geringsteUeberlegenheit in irgend einer Sache beständig den Tribut der Dienstbarkeitauf eine oder andre Weise nach sich ziehe. Diejenigen, die sich um ihrerNahrung willen in die Knechtschaft begeben, werden gar bald Sclavenwerden, denn die Sclaverey ist nur ein durch Civilgesctze eingeführter Mis-brauch des Diensts; und Menschen, welche keine Möglichkeit vor sich

D .sehen,